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[ Neustadt a. d. Aisch, 8. (?) Juli 1793 ]
390,32
Dinte so gelb wie mein Gesicht, aber nicht so schwarz wie meine
Hand — Freudenblumen gehen uns bis an den Bart — Unsre schönen
Tage werden von 2 Pferden zerrissen und unsre Kutsche ist der 390,35
Leichenwagen eines kurzen Frühlings. Wir wurden von einer mensch
lichen Nachtigallin fast zersungen. — Rezept zu einem schönen Abend: 391,1
R. d. h. nim einige Schok Frösche und thue sie in einen Teich und lasse
sie quaken — thue einige 20 Personen in den Garten, streue als bunten
Streuzucker eine Handvol Johanniswürmgen — decke es mit dem
grossen blauen Himmel zu und lasse es wol sieden und kochen und sieh 391,5
um 12 Uhr darnach: so wirst du einen herlichen Abend haben, der
kurz vor dem Schlafengehen genommen, dich sehr stärkt und die Träume
befödert. — Das Land mit seinen Bäumen hinter der Abendsonne
sieht wie ein Damenhut vol Blumen hinter einem Kronleuchter. —

K (nach Nr. 436): An Ottoin d. 5[!] Jul. aus Neustadt. i: Nachlaß 4,238.
Datiert nach Nr. 435. 391,1—8 Vgl. das „Kochbuchrezept“ I. Abt., III, 375,32ff. 8f. Vgl. 392,31f.

Textgrundlage:

434. An Friederike Otto in Hof. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 390-391 (Brieftext); 540 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Friederike Otto. Neustadt an der Aisch, 8. Juli 1793. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_434 >


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