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[ Schwarzenbach, 6. (?) Mai 1781 ]
5,27
Gehorsamstes Promemoria.

Für die Bücher, welche Dieselben mir neulich zu schikken die Gütigkeit
hatten, statt’ ich Denenselben den gehorsamsten Dank [ab]. Wie 5,30
herlich sind die Briefe aus d[em] Eng[lischen?]. Der Montaigne ist
über meinem Gesichtkreis. Aus einigen Stellen scheint mir, daß er
bieder und rechtschaffen [?] ist. Dieselben waren alzeit so gütig, mir
meine Bitten zu gewären, ich hoffe, daß Dieselben auch die lezte um
folgende Bücher nicht abschlagen werden: 5,35

Klopstok’s Gelertenrepublik
Tölners teologische Untersuchungen der zweite Band — dürft’ ich 6,1
mir’s von Denenselben ungebunden ausbitten, wenn es noch
nicht gebunden wäre
Spalding vom Wert der Gefüle im Christentum
Die zweite Abteilung von Jerusalems Briefen über die mosaischen 6,5
Schriften
Usong von Haller
den Chrysal.

Ich würde nicht so frei gewesen sein, und Dieselben sobald wieder
um andere Bücher gebeten haben, da ich selbst noch etliche noch nicht 6,10
zurükgegeben, wenn ich nicht von H. Aktuar Vogel gehört hätte, daß
Dieselben so gütig gewesen wären, zu meinen Übungen im Denken
Anmerkungen zu machen. Wie erfreut war ich, von Denenselben eine
so un[verhofte?] Güte zu geniessen. Es [war] viel Güte [von] Denen
selben, diese Sachen nur zu lesen; aber es ists noch mer, daß Dieselben 6,15
sie sogar verbessern. Ich erwarte Dero [Anmerkungen], die [ich] mir
ehestens [?] gehorsamst ausbitte, mit der grösten Ungeduld [und] mit
der Freude, die [ich] schon zum voraus empfinde, wenn ich ein gutes
Buch erwarte. Die übrigen Bücher werde ich selbst nächstens Denen
selben übermachen. 6,20


K (Konzept) im Arbeitsbuch (s. zu Nr. 2). A: IV. Abt., I, Nr. 1. 5 , 31 Der] davor Ich würde [mich] nicht unterstanden haben, Dieselben sobald wieder zu be schweren (vgl. 6 , 9 ) 32 Aus einigen Stellen scheint mir] gestr., das dafür Ein gesetzte unleserlich 6 , 15 es ists] ests 16 Dero] danach eine Lücke gelassen 19 Die] davor gestr. Dieselben dürfen befehlen, ob ich sie nur abschreiben
6 , 1 Joh. Gottlieb Töllner, „Theologische Untersuchungen“, 2 Tle, Riga 1774; Exzerpte aus dem 1. Teil im 9. Band (Hof 1780). 4 Joh. Joach. Spalding, „Gedanken über den Wert der Gefühle im Christentum“, Leipzig 1761. 5 J. F. W. Jerusalems „Briefe über die mosaische Religion und Philosophie“, Braunschweig 1762, tragen die Bezeichnung „Erste Sammlung“; eine zweite ist aber nicht erschienen. 7 Albrecht von Hallers politischer Roman „Usong“, Bern 1771; vgl. I. Abt., XI, 305,26–29. 8Chrysal oder Begebenheiten einer Guinee“, Leipzig 1775 (nach dem Englischen des Charles Johnstone).

Textgrundlage:

5. An Pfarrer Vogel in Rehau. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 5-6 (Brieftext); 418-419 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Erhard Friedrich Vogel. Schwarzenbach a. d. Saale, 6. Mai 1781. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_5 >


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