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Hocherwürdiger und hochgelerter Herr,
Hochzuvererender Herr Pfarrer,

Zum Briefschreiben hat mir seit meinem Hiersein eben so ser die
Zeit gefelet als Ihnen vielleicht der Wille. Auf das Büchelgen, das ich 110,20
hier | mit übersende, hab’ ich sie weniger als auf die Satiren gewendet,
die sich von meinen gedrukten an Bogenzal, Titel und vielleicht auch
Wert unterscheiden werden. Auch sind Sie mir Einen Brief noch
schuldig; und dieses ist schon der zweite, den ich Ihnen borge. Ihr
gänzliches Stilschweigen lässet mich fast andre Ursachen fürchten als 110,25
die, die Sie gewönlich mit Ihren Briefen geizig machen. Ihre Antwort
erst kan mir diese Furcht benemen, die den gegenwärtigen Brief troz
meiner Geschwäzigkeit abkürzt. — Ob dieses Bändgen, das kleiner,
das teurer (ich bekam zum Honorarium 126 rtl.) ist als das erste, auch
besser ist als das erste, werden Sie in der Antwort zu entscheiden nicht 110,30
vergessen, unter deren Erwartung ich bin

Leipzig den 24 Oktob. 1783.
Ihr gehors. Diener J. P. F. Richter



H: Brit. Museum. 1 S. 4°. K: 27. 24 Okt. Vogel. J 1: Wahrheit 3,270×. J 2: Nachlaß 3,241. A: IV. Abt., I, Nr. 24.
Mit dem 2. Bändchen der Grönländischen Prozesse. Die neuen Satiren sind die Anfänge der Sammlung, die später als „Auswahl aus des Teufels Papieren“ herauskam; vgl. 116 , 15–17.

Textgrundlage:

62. An Pfarrer Vogel in Rehau. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 110 (Brieftext); 448 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Erhard Friedrich Vogel. Leipzig, 24. Oktober 1783. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_62 >


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