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111,25
[ Leipzig, 22. November 1783 ]

Der V[erfasser] dieses Briefes weis seine Zudringlichkeit, Ihnen
sich und seine Geburten bekant zu machen, mit nichts als dem Gefül
vom Werte dessen zu entschuldigen, der sie ihm vielleicht vergeben
wird, wenn er aus dem ältern Produkte sieht, daß derselbe einen Lerer 111,30
der Kritik brauche, und aus dem iüngern, daß er einen verdiene.
Hätte ich mir, dem Jare, Bücher, Umgang und Vermögen felen,
durch dieses gewagte Mittel das Glük verschaft, Sie dan und wan
sprechen und nicht blos der Schüler Ihrer wenigen Schriften sein zu
dürfen: so würd’ ich auch hoffen, mir das grössere zu verschaffen 111,35

können [!], welches das Herz mit nichts vertauscht, mit dem Kopfe 112,1
nicht einmal. Doch ich kürze diesen Brief und warscheinlich zugleich
auch Ihre Langweile mit ab; an seiner Wirkung ist mir zuviel
gelegen, daß ich ihn one die Verunstaltung einer ängstlichen Gezwun
genheit hätte schreiben können. etc. 112,5


K 1 (durchstr. Konzept vor Nr. 66): 28. An Blankenburg. Den 22 Nov. i: Wahrheit 3,278. *K 2: 29. K 1 lautet: Die Absicht, warum der V. Ihnen die grönländ. Pr. und diesen Brief zusendet, werden Sie erraten und vielleicht verzeihen. (Ich schäze dich zu hoch, um mich berechtigt zu glauben, es dir zu sagen) Denn Sie werden 〈können〉 wenigstens aus dem ersten Bändgen erraten [gestr. dessen stätige Flekken einen Menschen entdekken], 〈daß〉 der einen Lerer der Kritik braucht; und wegen des zweiten verzeihen, das vielleicht, daß ich einen verdiene. Ich werde mir also die Zeit, wo Sie lesen, das Vergnügen Sie zu sehen, versagen müssen! möcht’ ich mir es nicht länger versagen dürfen. 20 Jar. — Mein Buch mit mir bekant machen — Bewunderung und Neid —
Christian Friedrich von Blankenburg (1744—96), Hauptmann a. D., mit Weiße befreundet, war Verfasser eines „Versuchs über den Roman“ (Leipzig u. Liegnitz 1774), der in den Grönländischen Prozessen erwähnt wird (I. Abt., I, 139,18f., in der 1. Aufl. ohne Nennung des Verfassers). Eine Antwort scheint nicht erfolgt zu sein.

Textgrundlage:

64. An Chr. Friedr. von Blankenburg in Leipzig. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 111-112 (Brieftext); 448-449 (Kommentar).
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Zitierempfehlung:

An Christian Friedrich von Blankenburg. Leipzig, 22. November 1783. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_64 >


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