Hinweis zur mobile-Version:
Bitte beachten Sie, dass Brieftexte und Kommentare auf Medium und Large Screen-Devices optimal dargestellt werden, während eine responsive Darstellung des Textes auf Small Screen-Devices durch die Beibehaltung des Zeilenumbruchs beeinträchtigt ist.



119,1
[ Leipzig, 22. Mai 1784 ]

Wenn Sie diesen Brief werden durchgelesen haben, wird Ihnen der
Überbringer desselben ein Pak Satiren übergeben, das ich Sie auch
durchzulesen bitte. Sie könten ihren Werth w[enigstens] zum Theil er119,5
rathen, wenn Ihnen die grönl[ändischen Prozesse], die ich neulich bei
Voß in Berlin in 2 Theilen verlegen lassen, bekant geworden. Das
Buch, dessen Probe ich Ihnen hier sende, wird einen starken Oktav
[band] geben oder besser in zwei kleine zerfallen. — Ich hätte dieses
stat schriftlich eben so gut mündlich sagen können, aber niemand ist 119,10
unfähiger als ich, aus dem Stegreif oder vom Blatte zu reden. Sie
können diese Unfähigkeit daraus abnehmen, weil ich einen Brief
geschrieben, ungeachtet ich doch der Überbringer desselben, der iezt mit
einem sehr einfältigen Gesichte vor Ihnen steht, selber bin. Doch werd’
ich Sie mündlich wenigstens versichern, daß ich etc. 119,15


K (Konzept): 4. An Hartknoch. Den 22 [aus 21] Mai. i: Wahrheit 3,284. 119 , 5 ihren Werth] aus zwar nicht den Grad, aber doch die Art ihres Werths
w. zum Theil] aus halb 8 dessen bis wird] aus das ich Ihnen hier nicht ganz geschikt, würde 9 zerfallen.] danach gestr. Die Veranlassung zu dem Wunsche verdank’ ich dem Weisse.
Der Rigaer Verleger Joh. Friedr. Hartknoch (1740—89) war zur Messe in Leipzig. Den Mißerfolg dieses Briefes hat Jean Paul im 59. Kapitel der Flegeljahre geschildert (I. Abt., X, 427); dort überbringt Vult dem Buch händler Paßvogel ein Manuskript „mit einem Briefe, worin er sich als den Verfasser ausgab und sagte, der Endes Unterschriebene stehe dem Leser eben vor der Nase“; Paßvogel antwortet verdrießlich: er bedauere, daß er schon überladen sei, und schlage kleinere Buchhändler vor. Vgl. Nr. 116.

Textgrundlage:

71. An Buchhändler J. Fr. Hartknoch in Leipzig. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 1. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1956.

Seite(n): 119 (Brieftext); 451 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Johann Friedrich Hartknoch. Leipzig, 22. Mai 1784. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=I_71 >


Zum XML/TEI-file des Briefes