Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Max Richter. Bayreuth, 26. März 1821.

Darstellung und Funktionen des "Kritischen und kommentierten Textes" sind für Medium- und Large-Screen-Endgeräte optimiert. Auf Small-Screen-Devices (z.B. Smartphones) empfehlen wir auf den "Lesetext" umzuschalten.



[ Bayreuth, 26. März 1821 ]
106,29

Der Vater bleibt bei seinem Worte, dir nicht eher zu antworten106,30
als bis du deine falschen Buchstaben verbessert hast. Du sollst eben nicht,
sagt er, in der Eile schreiben, oder auch in der Eile richtig schreiben.107,1
Verdrießlich ist er auch über deine phantastische theologische Melan
cholie, wie ers nennt, und über den Einfluß, den der schwärmerische
Feuerbach auf dich hat, der früher ein sehr unsittliches Leben geführt
hat. — Nicht zu Pfingsten sondern Ende Aprils, oder im Mai.107,5

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Max Richter. Bayreuth, 26. März 1821. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VIII_163


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 8. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1955. Briefnr.: 165. Seite(n): 106-107 (Brieftext) und 361 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: Berlin JP. B: IV. Abt., VIII, Nr. 96.

Vgl. Karoline an Max, 26. März 1821 (Berlin JP): „Das Blatt vom Vatersollte ich nur abschreiben, doch fand ich für gut, es Dir selbst zu schicken— Du wirst gewis gern des Vaters Bestimmtheit willfahren — wahr ist es,daß Deine Hand wirklich nicht gut zu lesen ist — schreibe nur an denVater mit Muße ...“ Auch sie erwähnt in diesem Briefe, Feuerbach habe früher in Erlangen mit seinem Bruder ein wüstes Leben geführt.Max antwortete ihr am 4. April in einem vielleicht nicht abgeschicktenBriefe: „... zerschmettert war ich, wie ich das nicht ausgeschriebeneBlatt vom Vater sah. So hatte ich mich noch nicht verlassen gesehen ...Nicht so über mich klage ich, als über jenen herrlichen Menschen, denihr alle nicht kennt, der mir einen Freundschaftsdienst that, wie nochkeiner ...“ (Vgl. zu Nr. 175.) Auch in einem Brief vom 11. April an dieMutter verteidigt er Feuerbach lebhaft; doch hatte er früher (Nov. 1820)selber geschrieben, Feuerbach habe manche Irrwege durchgemacht, verschuldet oder unverschuldet, und sei erst spät auf die rechte Lebensbahngekommen. 107,5 Pfingsten: 10. Juni 1821; bezieht sich auf Jean Paulsgeplante Reise; s. 108,23f.