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Dresden d. 15ten Mai 1822
171,7
Aus alter Dankbarkeit wird zu leicht neues Bitten. Sie, höchst
geschätzter Herr Hofrath, ließen in Weimar mich Ihre literarischen
Schätze freigebiger exzerpieren als man in Herkulanum mit den In- 171,10
schriften thut; und Sie waren mir damal in der Merkur-Zeit ein
Merkur im schönern Sinne Seelen zuführend.

Hier nun bitt’ ich Sie auch um einige Geister aus Ihrem Geister
reiche, griechisch Bibliothek genannt. Die Konskripzionliste liegt bei, aus
der ich Sie mir das Nächste bei der Hand zu wählen und zu geben bitte.171,15
Darauf wollen wir beide fortfahren, Sie im Geben und ich im Nehmen.

Indeß Ihrem gütigen Anerbieten der beleuchteten Antiken muß ich —
am meisten aus körperlichen Gründen — entsagen, ob ich gleich dabei
eine zweifache Beleuchtung des Alterthums entbehre. — Mündlich
mehr!171,20

Mit Dank alter und neuer Erinnerung
Ihr
ergebenster
Jean Paul Fr. Richter

[Beilage] 171,25
Morphologie von Göthe.
Wiener Jahrbücher von 1821, 1822.
Königsberger Archiv für Philosophie 3tes Heft 1816.
Schellings mythologische Briefe.
Horns deutsche Abendunterhaltungen. 171,30

Maaß über die Gefühle.
Wielands Briefe an Sophie la Roche.
Zeitschrift für Astronomie.
Reinbecks Regellehre der deutschen Sprache.
Okens Naturgeschichte für Schulen. 172,1
Schröters Beobachtungen über die Sonnenflecken.
Fries Handbuch der physischen Anthropologie.
Charakteristische Grundzüge der deutschen und französischen
Wortfolge, von Breidenstein.172,5

Cox über die Geistes Zerrüttungen.
Reils Rhapsodien über die psychischen Kurarten.
Lettres inédites de Voltaire. 1812.
Hermes-Bände von 1821.

H: Dresden. Brief u. Beilage je 2 S. 8°. K: Böttiger 15ten Mai. J: Funck S. 174 (nur der Brief). 171 , 19 zweifache] doppelte K
171 , 17 Die Dresdner Antikensammlung wurde unter Böttigers Leitung bei Fackelbeleuchtung gezeigt; J. P. hatte das 1798 schon einmal ge sehen, s. Br. III, 71. 28 Das Königsberger Archiv f. Philosophie ist 1816 nicht mehr erschienen; gemeint ist wahrscheinlich das 3. Heft von 1812, das zwei Aufsätze von Herbart enthält: „Psychologische Unter suchung über die Stärke einer gegebenen Vorstellung, als Funktion ihrer Dauer betrachtet“ und „Über die dunkle Seite der Pädagogik“. 29 Von Schelling waren „Vorlesungen über Mythologie“ im Ostermeßkatalog 1822 angezeigt, die aber nicht erschienen; vgl. Briefe an Cotta 2,399ff. 30 Franz Horn, Deutsche Abendunterhaltungen. Kleine Romane und Biographien, Berlin 1822. 31 J. G. E. Maaß, Versuch über die Gefühle, Halle 1811—12. 32 Wielands Briefe an Sophie la Roche, Berlin 1820. 34 G. Reinbeck, Regellehre der deutschen Sprache, Essen 1822. 172,1 Lorenz Oken, Naturgeschichte für Schulen, Leipzig (Brockhaus) 1821. 2 J. H. Schröter, Beobachtungen über die Sonnenflecken und Sonnen fackeln, Erfurt 1789 u. ö. 3 J. F. Fries, Handbuch der psychischen (!) Anthropologie, Jena 1820—21. 4 J. G. Breidenstein, Charakteristische Grundzüge der deutschen und französischen Wortfolge, Gießen 1817. 6 J. M. Cox, Praktische Bemerkungen über Geisteszerrüttungen, Halle 1811. 7 J. Chr. Reil, Rhapsodien über die Anwendung der psychischen Kurmethode auf Geisteszerrüttungen, 2. Ausg., Halle 1818. — Am Schluß der Liste steht sehr undeutlich von Böttigers Hand (vgl. 97,6): Wiener Jahrb. 1821. 4. Bd. / La Roche Briefe / Morphologie [?] 4. Band / Fraunhofer.

Erwähnungen im Kommentar:

Personen

Textgrundlage:

281. An Karl August Böttiger in Dresden. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 8. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1955.

Seite(n): 171-172 (Brieftext); 382 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Carl August Böttiger. Dresden, 15. Mai 1822. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VIII_281 >


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