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Korrespondenz

Von Jean Paul an Christian Karl Barth. Bayreuth, 18. Mai 1818.

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[ Bayreuth, 18. Mai 1818 ]
185,26

Dieses Blatt ist leider keines an den Verfasser der Urgeschichte,
sondern an den Abfasser der Finanzverordnungen. Und in die
Finanzkammer bin ich auch mit meiner Pension eingepfarrt ....
Bisher mußte der Gehalt erst eine Reise um das halbe Land machen185,30
nach Frankfurt an einen Kaufmann und dann in Briefe verwandelt
wieder an einen hiesigen. Kurz ich erhielt ihn erst durch so viele
Hände wie die Wahrheit erst durch viele Köpfe. — Bei der dieß186,1
jährigen Pension hat sich gar der Zahlmeister selber ein Indult
ausgefertigt und ich warte noch heute auf dessen Ablauf. Emanuel
zieht Ihnen nun meine Bitte durch seine Versicherung zu, daß Sie
sie am besten erfüllen könnten und wollten. Geben Sie ihm Recht! —186,5
Jetzo eben mit dem Regen werd’ ich daran erinnert, daß ich mir
vielleicht um Sie und andere in München — welche aus Mangel
eines guten Wetterpropheten den reichen Versprechungen des
Frühlings zu mistrauen anfangen — ein kleines Verdienst erwerbe,
wenn ich Sie versichere, daß Juny, July schön bis zur Gluth und186,10
Dürre ausfallen werden. — Lassen Sie ja der Clio, die Ihnen eine
so reichliche Morgengabe eingebracht, sich nicht durch den Finanz
merkur untreu machen ... N. S. Kommt (Cloeter) zu Ihnen: so
wird er, ungewohnt und unkundig der juristischen Wendeltreppen,
Ihnen seine Jammergeschichte erzählen. Möchten Sie sie endigen186,15
helfen.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Christian Karl Barth. Bayreuth, 18. Mai 1818. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VII_407


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Textgrundlage
D: Jean Pauls sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 7. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1954. Briefnr.: 410. Seite(n): 185-186 (Brieftext) und 405 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K: Bahrt[!] in München 18 Mai. (Konzept vorher.) A: IV. Abt., VII, Nr. 124. 186,14 ungewohnt bis Wendeltreppen] über der Zeile

Vgl. Nr. 248† und 403. 185, 32 Der hiesige Kaufmann ist Münch, s. 203, 14. — Barth erwiderte, zur Überweisung von Jean Pauls Gehalt auf die Bayreuther Hauptkasse bedürfe es nur eines Antrags an die Regierung in Würzburg oder in Bayreuth; Clöter (vgl. Bd. VI, Nr. 305f. und 314) sei noch nicht bei ihm gewesen.