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Korrespondenz

Von Jean Paul an Christian Otto. Bayreuth, 8. August 1809.

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[ Bayreuth, 8. Aug. 1809 ]
44,24

Lieber Otto! Emanuels Brief an seinen Vater hab’ ich gefunden 44,25
und ihm geschickt.


Gestern nahm ich ein Brechmittel, das mir eine köstliche Nacht
gab. Die Geschichte meiner jetzigen Krankheit ist zu lange für ein
Stückchen Blättchen; du sollst sie hören nach meiner Heilung.
Hier hast du vor der Hand weniger Herder als Müller. Kannst 44,30
du mir die Horen geben? Bestelle nur die Bötin wieder zum
Füllen ihres Fruchtkörbchens, wenn du im Ausleeren des deinigen
gehindert wirst.


Wechselfieber ists nicht, aber Folge davon. Ich wollte, man45,1
könnte den steilen kahlen tarpeiischen Felsen der Krankheit und des
Sterbens aufsteigen mit den besten Werken von der Welt, eh man
hinuntergeworfen würde.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Christian Otto. Bayreuth, 8. August 1809. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VI_132


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 6. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1952. Briefnr.: 133. Seite(n): 44-45 (Brieftext) und 442-443 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe) Siglen

H: Berlin JP. Präsentat: Dienstag, den 8 Aug. 9. 45,1 nichts

Zitterige Schrift, vgl. Nr. 134. Emanuels 76jähriger Vater hatte sich im Juni 1809 wiederverheiratet; Emanuel hatte ihm bei dieser Gelegenheit einen Brief geschrieben, vermutlich in hebräischer Sprache oder Schrift, den er für Otto und J. P. übersetzt hatte. (Emanuel an Otto, 13. Juni 1809; H: Apelt.) Horen: Exzerpte aus dem 6. Bde. in Fasz. 4a, 20. Bd. (1807—10).