Von Jean Paul an Christian Otto. Bayreuth, 6. Januar 1810.
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Guten Morgen! 83,27
[Die drei ersten Seiten enthalten kritische Bemerkungen zu einer Abhandlung Ottos.] 83,30
Von meinen 12 Aufsätzen wurden noch im vorigen Jahr gedruckt:
Baurede — Steckbrief*) —
Bankerut[ierer] — und
Sylvesterball*);
alles andere aber der Verstümmelung wegen
ausgelassen mit der
Bemerkung der Redakzion: „wir wünschten,
wir hätten alle 12 Vor
schmäcke geben
können.“ Lasse mich den Zensor hier einen Hund84,1
nennen. Ich
glaube gar nicht, daß der König helfen wird; —
au contraire. — Du scheinest doch über Weimar Recht zu haben
und mein Brief ist Schuld.
*) Machten wie ich schon wußte gar keine Sensazion. Heute84,5
kommen sie vom Tische in den Schrank; dann werden sie in einen
Quartanten gebunden; dann wird dieser gestohlen, wie die dicke
elegante Zeitung, das Morgenblatt und der
R[eichs] Anzeiger
vorigen Jahrs, von welchen dreien wir nur noch die
Rest-Schwänz
chen haben.84,10
Der Himmel gebe dir ein besseres Jahr als meines mit seiner
Unfalls-Kette anfing und fortwährt.
Zitierhinweis
Von Jean Paul an Christian Otto. Bayreuth, 6. Januar 1810. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VI_220
Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
SiglenH: Berlin JP. 4 S. 8°. Präsentat: Sonnabend, den 6 Jan. 10. 84,3 über] aus mit 12 anfing] davor gestr. ist
12 Aufsätze: s. Nr. 208†. Bei dem „Steckbrief“ und dem „Sylvesterball“ hatten Otto und Emanuel befürchtet, man würde in Bayreuth, wo das Morgenblatt in der Harmonie auflag, darin persönliche Anspielungen suchen. Weimar: vgl. Nr. 189—191†; Otto hatte anscheinend die kühle Aufnahme der Dedikation vorausgesehen.