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Von Jean Paul an Friedrich Meier. Bayreuth, 19. Mai 1810.

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Bayreuth d. 19. Mai 1810
104,2

Hier, lieber theurer Meier, Ihren schönen Nach- und Wieder
schein mehr Ihrer als Meiner, so ähnlich auch jeder Anschauer das
Bild gefunden hat; denn auch die treueste Kunst zeigt etwas bessers104,5
als die Natur. Seit langem wurd’ ich im Spätjahr des Lebens,
das ich bis zur finstern kalten Neujahrsnacht des Endes zu durch
leben habe, nicht so schnell und anhaltend für zwei Menschen er
wärmt als für Sie und Ihren Freund. Meine ganze Seele grüßt
Euch beide — meine Frau ohnehin — und meine Kinder dazu. — 104,10
Es geh’ Euch Guten so, wie Ihr seid!



Jean Paul Fr. Richter

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Friedrich Meier. Bayreuth, 19. Mai 1810. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VI_270


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 6. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1952. Briefnr.: 271. Seite(n): 104 (Brieftext) und 470-471 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K 1 (nach Nr. 264): Maler [nachtr. Friedrich] Meier in Dresden 19 Mai. N. 44 am Elbberg. (Davor durchstr. Konzept.) *K 2 (von Meiers Hand): Gerlachsches Familienarchiv, Berchtesgaden. i 1: Wahrheit 7, 157. i 2 (nach K 2): Zeitschrift f. Religions- u. Geistesgeschichte, 2. Jg., 1949/50, S. 171.

Vgl. Nr. 62†. Meier war mit seinen Freunden Wilhelm und Leopold von Gerlach Ende April und Anfang Mai 1810 in Bayreuth gewesen (vgl. Nr. 263 und 267) und hatte Jean Paul (nach Nr. 401 auch Karo- line) gemalt. Da das Bild bei seiner Abreise noch nicht trocken war, hatte er gebeten, es ihm nach Dresden zu schicken, und versprochen, eine Kopie davon für J. P. anzufertigen. Freund: Wilhelm von Gerlach, der länger als Leopold in Bayreuth geblieben war.