Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Johannes Perthes. Bayreuth, 17. September 1810.

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[ Bayreuth, 17. Sept. 1810 ]
137,31

— Heeren konnte mich nicht angenehmer loben als daß er meiner
Meinung war, eh’ er sie gelesen — Marheinecke gibt ein etwas
zu breit geschlagnes Gold. Sehr wirksam für Deutschland würde
eine fortlaufende Chrestomathie von patriotischen Stellen aus allen138,1
deutschen Klassikern sein, welche vor dem jetzigen deutschen Lustrum
geschrieben. Einem solchen antediluvianischen Patriotismus könnte
kein Zensor beikommen. — Eine Menge kleiner Aufsätze — für
Almanache, Musea (in Frankfurt und bei Perthes) haben mich 138,5
zersplittert und mir mehr Zeit und Kräfte weggefressen als ein
einziges großes, nicht immer von vornen anfangendes Werk ge
than hätte. — — Jetzt aber will ich mein Sein und Treiben genießen.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Johannes Perthes. Bayreuth, 17. September 1810. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VI_353


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 6. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1952. Briefnr.: 353. Seite(n): 137-138 (Brieftext) und 486 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K (nach Nr. 348): Perthes [aus Bayreuth] d. 17 Sept. B: IV. Abt., VI, Nr. 90 und 97. 137,32 könnte 138,7 Großes

Wie sich aus Nr. 351 ergibt, waren dieser und der folgende Brief schon am 16. Sept. geschrieben, wie der vorige. Perthes hatte ge schrieben, Jean Pauls Aufsatz im Vaterländischen Museum (die Nach dämmerungen) habe vielen gefallen, u. a. Heeren (vgl. Nr. 335†). Er hatte um Jean Pauls aufrichtiges Urteil über die beiden ersten Hefte und um weitere Unterstützung mit Rat und Tat gebeten und eine bessere Honorierung künftiger Beiträge in Aussicht gestellt. Die Zeit schrift solle im nächsten Jahr eine Übersicht der Wissenschaft und Literatur bringen; J. P. möge darin die Abteilung Philosophie und Poesie übernehmen oder einen andern dafür vorschlagen. Von Mar heineke enthält das 1. Heft „Einige Vorlesungen über den wahren Charakter eines protestantischen Geistlichen“.