Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Caroline Richter. Bayreuth, Ende Mai 1812.

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[ Bayreuth, Ende Mai 1812 ]
267,8

Täglich durch zulesen



1. Die Briefe von Cotta schicke sogleich; und alles unfrankiert. 267,10
2. Bei Feuer sind die schwarzeingebundnen Exzerpten zuerst zu
retten; ferner im schwarzen Koffer de[i]n Geld- und Papier
Kästchen.
3. Lasse alle meine Fenster verschlossen, wegen des Fliegen-An
satzes; erst einen Tag vor meiner erlauchten Ankunft mache267,15
sie auf.
4. Lasse den Fenstervorhang anmachen.
5. Leihe kein Buch aus ohne es aufzuschreiben.
6. Lasse die Haare vom Kanapé auf der vertieften Seite befestigen.
7. Lasse ja die beiden Thüren meiner Stube immer zugesperrt;267,20
auch darf das Eichhörnchen nicht hinein.
8. Den ersten Brief adressierst du bis auf weiteres an Schweigger.
9. Da ich bei Buchner auf 1 Monat den Kontrakt aufgehoben
habe: so mußt [du] jedes Buch, das du etwan holen lässest,
wochenweise bezahlen.267,25
10. Lasse den einen Fenstervorhang aufmachen.
11. Paquete erbrich und schicke mir die Briefe.
12. Notiere blos jeden Thaler, den du heraus nimmst, sammt dem
Datum, ohne weitere Angabe der Ausgabe.
13. Den Wein, der in meiner Abwesenheit ankommen wird, wirst267,30
du schon nach Ottos Regeln behandeln.
14. Die Zeitung in derselben Stunde fortzuschicken.
15. Die Kinder haben sich besonders vor dem leicht umfallenden
Repositorium zu hüten, worauf die Almanache liegen.
Zitierhinweis

Von Jean Paul an Caroline Richter. Bayreuth, Ende Mai 1812. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=VI_646


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 6. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1952. Briefnr.: 646. Seite(n): 267 (Brieftext) und 537 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: SBB, Nachlass Jean Paul, Fasz. 10. 1 S. 4°. Auf der Rückseite der Schluß der vom 11. Mai 1811 datierten „Bitte, mich nicht durch Geschenke arm zu machen“ (Morgenblatt, 22. Mai 1811, Nr. 122). J: Wahrheit 8, 61× (undatiert).

Vgl. 270,31. Jean Paul reiste am Montag, 1. Juni, mit Seebeck zu sammen nach Nürnberg; vgl. Kuno Fischers Erinnerungen an Moritz Seebeck, Heidelberg 1886, S. 23. 14. Zeitung fortzuschicken: wohl an Otto oder Emanuel.