Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Adolph Wagner. Bayreuth, 14. Februar 1807.

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[ Bayreuth, 14. Febr. 1807 ]
132,4

— Mir widersteht dieses glänzend-unreine Gewebe. Für Sie —132,5
zumal für die Zweideutigkeit Ihrer inneren Zukunft — gibt es weiter
keine Mittel als das schwerste, nämlich ein Zusehen ohne Wider
stand. Durch Zeit löset sich die Nichtigkeit, wenn kein Kampf von
aussen sie verdichtet, von selber in ihren unelastischen Dunst auf. —
Der Wille Ihrer Liebe ist ernst und recht. Aber in der Ehe kehren alle132,10
Verzeihungen und Nachsichten aus der ersteren als doppelte Wieder
klagen zurück; und Beichtvater und Beichttochter klagen zusammen
über Vergeben.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Adolph Wagner. Bayreuth, 14. Februar 1807. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=V_321


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Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 5. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1961. Briefnr.: 322. Seite(n): 132 (Brieftext) und 319 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K (nach FB Nr. 52): Wagner [nachtr. in Leipzig] 14 Febr. B: IV. Abt., V, Nr. 120.

Wagner hatte — unter Hinweis auf einen gleichzeitigen Brief von Thiersch — in schwulstigen Sätzen mitgeteilt, daß Minna Spazier ihn entrüstet (über seinen Brief an Jean Paul? s. zu Nr. 284) von sich gewiesen habe, daß er sein persönliches Verhältnis zu ihr als aufgelöst ansehe, sich aber zur Schonung ihres ohnehin schon schwer geschädigten Rufs nur allmählich von ihr zurückziehen werde; sie könne vom sichern Verderben, das sie in Leipzig erwarte, nur gerettet werden, wenn der Vater, dem er sich jetzt genannt habe, sie nach Berlin oder die Schwester (Karoline) sie nach Bayreuth zu sich nehme. — Vgl. II. Abt., V, 231,22. Nach einem Briefe Minnas an Karoline v. 26. Okt. 1808 (Berlin JP) hatte sie anscheinend von A. Wagner, ein Kind, das mit 5 Monaten starb. Varnhagen behauptet in einer Notiz seiner Autographensammlung, Richard Otto Spazier (geb. 1803) sei ein Sohn von Ludwig Tieck, was aber schwerlich stimmt.