Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Karl August Freiherr von Wangenheim. Bayreuth, 27. April 1808.

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[ Bayreuth, 27. April 1808 ]
210,19

Briefliches Stummsein rechnen Sie ja nicht unter die stummen210,20
Sünden gegen die Freundschaft. Nur in einem, nämlich in diesem
Falle ist Wiederholung des Fehlers gegen viele die Entschuldigung
desselben. Und ich kann den Schreibfinger aufs Evangelium legen
und beschwören, daß ich seit 1½ Jahren ein verdammter Schweig
Sünder gewesen nach allen Ecken der Windenrose hin. — Sein Buch 210,25
auf Dringen der — Feinde herausgegeben. Was hätten wir nicht
anno 1808 zu reden! Gott und zwei Pferde werden mich doch einst
durch Schwaben und an die Schweitz bringen; dann will ich die
zweite Neckarweinflasche bei Ihnen trinken, um für die erste noch
einmal aber beredter zu danken. Jetzt wär’ eine Zeit für einen210,30
Kraft-Geist. Aber es [ist] nur eine für Einen.

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Karl August Freiherr von Wangenheim. Bayreuth, 27. April 1808. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=V_515


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 5. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1961. Briefnr.: 515. Seite(n): 210 (Brieftext) und 351 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

K: Wangenheim 27 Apr. B: IV. Abt., V, Nr. 111?

210,25 Buch: Wangenheims gegen Kretschmann? 28–30 Wangenheim hatte am 3. April 1808 an Emanuel geschrieben: „Sagen Sie Richter, daß gestern Abend mancher Mensch froh war in der Erinnerung an ihn, und daß wir alten Neckarwein schicken für den ewig frischen Necktar, den er spendet.“