Edition Briefe von Jean Paul Korrespondenz

Von Jean Paul an Johannes von Müller. Bayreuth, 3. September 1808.

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Bayreuth d. 3. Sept. 1808
233,8

Hier steht der Mann, den Sie wie ein Orpheus oder Herkules
aus den Schatten wieder unter die gelehrten Lichter zurückgeholt.233,10
Sein Äußeres wird einen Mann nicht befremden, der uns das
historische Gold auch aus unscheinbaren Chroniken grub. — Aber
jetzt bedarf er zu seiner Bibliothek im Kopfe, noch einer, deren
Realkatalog 80 Bände stark ist, nämlich der Göttingischen. Möge
der Genius Seiner und Göttingens es zum zweiten male werden233,15
und ihm da eine ewige Studierstube anweisen, die er blos mit dem
Lehrstuhl verwechselt!


Das Werkchen von mir — Durchgang durch die Wüste etc. —
dessen Sie in Ihrem Briefe gedachten, war ein besonderer Ab- und
Nachdruck eines Kapitels aus dem Hesperus. 233,20

Den Genius der westfälischen Bildung beschirme und belohne der
höchste Genius!



Jean Paul Fr. Richter

Zitierhinweis

Von Jean Paul an Johannes von Müller. Bayreuth, 3. September 1808. In: Digitale Neuausgabe der Briefe von Jean Paul in der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), überarbeitet von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=V_563


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage
D: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 5. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1961. Briefnr.: 563. Seite(n): 233 (Brieftext) und 362 (Kommentar). Konkordanzen Druck-Digitale Edition

Kommentar (der gedruckten Ausgabe)
Siglen

H: Stadtbibl. Schaffhausen. 2 S. 12°. K: Joh. v. Müller 3 Sept. i: Denkw. 3,177. B: IV. Abt., V, Nr. 176? 233,10 zurückgeholt] aus hervorgeholt H 16 da] nachtr. H K blos] nur K

Vgl. Nr. 520†. Kanne war durch Müllers und Jacobis Bemühungen vom Militär freigekommen und in sehr abgerissenem Zustand in Bayreuth erschienen, wo er sich mit Jean Pauls ehemaliger Schülerin Henriette Herold (s. IV. Abt. (Br. an J. P.), II, Nr. 76) verlobt hatte. 233,18–20 Der 6. Schalttag des Hesperus, die Abhandlung „Über die Wüste und das gelobte Land des Menschengeschlechts“ (I. Abt., III, 380—388), war 1801 in Kreuznach gesondert nachgedruckt worden (Bibliogr. Nr. 36); Müller hatte gefragt, was für ein Werk das sei.