Hinweis zur mobile-Version:
Bitte beachten Sie, dass Brieftexte und Kommentare auf Medium und Large Screen-Devices optimal dargestellt werden, während eine responsive Darstellung des Textes auf Small Screen-Devices durch die Beibehaltung des Zeilenumbruchs beeinträchtigt ist.



Bayreuth d. 16. Apr. 1805
36,8
Haben Sie herzlichen Dank für Ihr Doppel-Geschenk, an welchem
mir nichts neu war als die Gabe. Den reichbegabten und reich geben36,10
den Goerres kannte und las ich schon längst; so auch Ihre Aurora,
die ich mehreren Lese-Anstalten zuführte. Sie wird mit ihren Thau
tropfen, Morgensternen und Farben schon die Nacht-Schriften um
sich her besiegen und die Morgenröthe wird dann wie die Morgen
stunde, auch für Sie Gold im Munde haben. Ob ich gleich nicht mehr36,15
zu den jungen Leuten gehöre — die sonst die alte Aurora zu entführen
pflegte — so will ich ihr doch gern meine Hand — nämlich die
Schreibhand — geben; aber nur erst nach einigen Monaten, wo ich
dann eine jetzige Arbeit vollendet zu haben hoffe. Bis dahin er-
lauben Sie mir auch, Ihren gütigen Antrag, mich mit ihr zu be36,20
schenken, auszuschlagen. Wahrscheinlich hab’ ich dann auch Sie und
den verdienstreichen H. v. Aretin persönlich kennen lernen, weil ich
in diesem Frühjahr nach München gehe, um meinen Freund Jacobi
zu sehen.

Leben Sie wol!36,25

Jean Paul Fr. Richter



H: Bayer. Staatsbibl. 2 S. 8°. K: Buchhänd. Scherer in München 16 Apr. 36 , 11 kannte] aus kannt’ H 15 mehr] nachtr. H 18 erst] nachtr. H 19 dann] nachtr. H 21 auch] nachtr. H
Scherer hatte vermutlich Görres’ Schrift „Glauben und Wissen“ (vgl. IV. Abt. (Br. an J. P.), V, Nr. 43) und ein Heft der Zeitschrift „Aurora“ (vgl. zu Nr. 86) übersandt, die beide in seinem Verlag erschienen waren. 36,16f. Aurora entführt junge Leute: vgl. Bd. III, Nr. 258 und 342, 143,18f., 199,2527. 19 jetzige Arbeit: Flegeljahre, Bd. 4. 22 Aretin war Herausgeber der „Aurora“. — Einen Beitrag zur „Aurora“ hat Jean Paul nicht geliefert.

Erwähnungen im Kommentar:

Werke

Textgrundlage:

96. An Buchhändler Scherer in München. In: Jean Pauls Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Dritte Abteilung, Band 5. Hrsg. v. Eduard Berend. Berlin: Akademieverlag, 1961.

Seite(n): 36 (Brieftext); 277-278 (Kommentar).
Zur Konkordanzliste aller Bände


Zitierempfehlung:

An Joseph Scherer. Bayreuth, 16. April 1805. In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. In der Fassung der von Eduard Berend herausgegebenen 3. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe (1952-1964), im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überarbeitet und herausgegeben von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018).
< http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=V_96 >


Zum XML/TEI-file des Briefes