Jean Paul - Sämtliche Briefe Digital

Ein Editionsunternehmen und seine Geschichte


Die Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erarbeitete von 1992 bis 2016 sämtliche Briefe an den Dichter als IV. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe. Es folgte von 2016 bis 2018 die digitale Edition der Briefe Jean Pauls auf der Grundlage von Eduard Berends III. Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe. Derzeit werden die Briefe aus dem Umfeld Jean Pauls erarbeitet.

Daneben war die Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beteiligt am Abschluss der Inventarisierung des Nachlasses von Jean Paul in der Staatbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und verantwortete mit dieser zusammen die große Ausstellung zum Jean Paul Jahr 2013 in der Stiftung „Brandenburger Tor“ in der Berlin. Sie veranstaltet überdies Lesungen und Vorträge.

Blick zurück


Die Jean Paul Edition zählt zu den ältesten neugermanistischen Editionsunternehmen der Preußischen Akademie der Wissenschaften und war das Lebenswerk Eduard Berends (1883-1973). Der erste, von Julius Petersen, Gustav Roethe und Franz Muncker unterstützte Plan für diese große wissenschaftliche Klassikerausgabe lag bereits 1914 vor. Doch erst 13 Jahre später konnte Berend mit der Realisierung seines ›Traumes‹ beginnen. Bis 1939 sind 21 Bände der Historisch-kritischen Jean-Paul-Ausgabe erschienen, in der Regel zwei (!) pro Jahr, und dies, obwohl Berend als Jude seit 1933 in seiner Arbeit zunehmend behindert wurde. Im Herbst 1938 wurde sein Vertrag mit der Akademie gekündigt. Nach KZ-Haft und monatelangem Warten gelang ihm Ende 1939 die Emigration ins Schweizer Exil mit seinem gesamten Archiv.

Vor Aufnahme der Arbeit an den Werken hatte Berend von 1922 bis 1926 in vier Bänden Jean Pauls Briefe bis zur Übersiedlung nach Bayreuth ergänzt und sie durch Regesten der An-Briefe ergänzt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Arbeit an den Werken in der neu aufgebauten Akademie der Wissenschaften nicht wie vorgesehen fortgesetzt werden konnte, weil Jean Pauls Nachlass nach Moskau verbracht worden war (Rückgabe 1957/58), schlug Berend vor, die Arbeit an den Briefen wieder aufzunehmen. 1952 erschien der sechste als erster Band, 1964 nach Abschluss der acht chronologischen Bände ein neunter Nachtrags- und Registerband- die III: Abteilung der Historisch-kritischen Ausgabe war damit abgeschlossen. Berends für die Jean-Paul-Forschung noch immer gewichtiger Nachlass ging an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach. Hier wurde 1987 unter Leitung von Ulrich Ott mit der Edition der noch von Berend vorbereiteten restlichen Bände des Jean Paulschen Werknachlasses begonnen, die unter Leitung von Helmut Pfotenhauer (Würzburg) weitergeführt wird.

Es fehlten die von Berend nur in Regesten aufgeführten Briefe an Jean Paul. Das Vorhaben einer wissenschaftlichen Gesamtausgabe dieser Briefe wurde 1990/91 vom Wissenschaftsrat empfohlen. Die Arbeitsstelle, die ihre Tätigkeit am 1. Januar 1992 begann, ist seit 1994 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt. Die seit 2017 abgeschlossene Edition erschließt alle überlieferten Briefe an Jean Paul. Den Briefen von Jean Paul in der III. Abteilung werden die Gegenbriefe komplementär in einer IV. Abteilung zur Seite gestellt, so dass der erhaltene Briefwechsel des Autors erstmals vollständig vorliegt. Die etwas mehr als 2.200 Briefe von annähernd 400 Korrespondentinnen und Korrespondenten waren bis anhin erst zu etwa einem Drittel bekannt gewesen, vor allem durch Publikationen des 19. Jahrhunderts, in denen sie, stark gekürzt und redaktionell überarbeitet, oft an entlegener Stelle erschienen sind. Sie dokumentieren den Dialog des Autors mit bekannten Personen wie Friedrich Heinrich Jacobi, Caroline und Johann Gottfried Herder, Charlotte von Kalb und Johann Wilhelm Ludwig Gleim, mit der preußischen Königin Luise, Rahel Levin Varnhagen, Achim von Arnim oder E. T. A. Hoffmann und ebenso den Austausch mit Jugendfreunden, Verlegern und begeisterten Leserinnen und Lesern seiner Bücher. Die Briefe werden in chronologischer Abfolge in acht Bänden veröffentlicht (wobei Band 3 als Doppelband erschienen ist), sie enthalten Text, Kommentar und Register. Ein 9. Band enthält Nachträge (darunter über 100 Briefe Jean Pauls) sowie ein gedrucktes Gesamtregister über die Abteilungen III und IV.

Im Rahmen der Quellenrecherchen konnten – gewissermaßen als Nebenprodukt – viele für die Jean-Paul-Forschung höchst aufschlussreiche, größtenteils noch unbekannte Sekundär- und Tertiärquellen ausfindig gemacht werden. Diese der Ausgabe zur Verfügung stehenden, sich vielfach in Privathand befindlichen Materialien sind zu großen Teilen transkribiert worden und lassen sich nun für die Kommentierungsarbeit heranziehen.

Bis 2006 durch das Akademienprogramm getragen, finanzierten von 2008 bis 2012 die Oberfrankenstiftung in Bayreuth, ergänzt durch Mittel der Bayerischen Landesstiftung, und von 2010 bis 2014 die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung sowie die Otto Wolff-Stiftung das Projekt. Der Nachtrags- und Registerband 9 wurde getragen von der Oberfrankenstiftung, von der Gerda Henkel Stiftung, von der Otto Wolff-Stiftung sowie von der Stiftung Preußische Seehandlung.

Publikationen


Neben der digitalen Edition der Briefe von Jean Paul und aus seinem Umfeld ist im Druck die vierte Abteilung mit den Briefen an Jean Paul erschienen.

  • Der handschriftliche Nachlass Jean Pauls und die Jean-Paul-Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Teil 2: Faszikel XVI bis XXVI, herausgegeben von Markus Bernauer, bearb. von Lothar Busch, Ralf Goebel, Michael Rölcke und Angela Steinsiek, Wiesbaden: Harrassowitz, 2011.
    ISBN 978-3-447-06525-2
    Gb, € 118,00

  • Erschriebene Unendlichkeit: Briefe. Herausgegeben von Markus Bernauer, Norber Miller und Helmut Pfotenhauer, München: Carl Hanser Verlag, 2013.
    ISBN 978-3-446-24136-7
    Gb, € 34,90

  • Jean Paul: Reisetagebücher und Briefe. Auf Reisen glaubt man leichter an Sonntag als an Sonnabend. Mit einer Einleitung von Markus Bernauer. Berlin: Ripperger & Kremers, 2013.
    ISBN 13: 978-3943999-204
    Gb, € 19,90

  • Jean Paul. Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit. Herausgegeben von Markus Bernauer, Angela Steinsiek und Jutta Weber. Berlin: Ripperger & Kremers, 2013, 368 Seiten Klappbroschur.
    ISBN 13: 978-3-943999-23-5
    € 24,90 (vergriffen)

Veranstaltungsarchiv


„In unserem Säkul ist alles publik, Sünden wie Briefe“ – Jean Pauls Briefwechsel gedruckt und digital (2017)

Eine Veranstaltung des Projektes „Jean Paul Edition“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW)

Montag, 20. November 2017 / 18 Uhr
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt
Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Um Anmeldung wird gebeten.

Anfang 2017 wurde die historisch-kritische Ausgabe der Korrespondenz Jean Pauls mit einem Gesamtregister und Nachträgen abgeschlossen. Aus diesem Anlass blickt die Jean Paul Edition der BBAW zurück und nach vorne. Den 28 gedruckten Bänden der Briefe von und an den Dichter, deren Wurzeln in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg reichen, folgt eine digitale Ausgabe, an der die Jean Paul Edition zusammen mit der Initiative TELOTA und dem Deutschen Textarchiv der BBAW derzeit arbeitet und deren erste Version bereits frei im Netz zugänglich ist. Welch‘ überraschende Einsichten Jean Pauls Briefe auch heute bieten, ja, welche neuen Welten sie immer wieder eröffnen, wird eine kleine Lesung vorführen. Und wie digitale Editionen dabei helfen, die Briefe zu erschließen und zu verstehen, und was die Digital Humanities auf diesem Feld Lesern und Wissenschaftlern überhaupt bringen, erläutern Markus Bernauer, Matthias Boenig, Frederike Neuber, Norbert Miller und Markus Schnöpf.

  • Begrüßung und Lesung aus Jean Pauls Briefen
    Norbert Miller
    Akademiemitglied

  • „Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde; Briefe sind nur dünnere Bücher für die Welt.“ Jean Pauls Korrespondenz vollständig ediert
    Markus Bernauer
    BBAW

  • „Ein Engländer würde dieses ein Vergnügen, Archiv oder einen Witwensitz der Freude nennen.“ Jean Paul im Deutschen Textarchiv
    Matthias Boenig
    BBAW

  • „Was ich wieder edieren und wiedergebären will“ – Eine digitale Edition der TELOTA-Initiative
    Frederike Neuber
    Markus Schnöpf
    BBAW

  • Lesung aus Jean Pauls Briefen

Materialien:
Jean Paul 2017




Flegeljahre und Papillons. Robert Schumann komponiert Jean Paul (2013)

Auftakt zum Berliner Jean-Paul-Jahr 2013
21. März 2013, 18.30 Uhr

Flegeljahre und Papillons. Robert Schumann komponiert Jean Paul

  • Monika Grütters
    Einführung

  • Markus Bernauer
    Jean Paul schreibt Musik

  • Robert Schumann »Papillons« op. 2
    gespielt von Nadezda Filippova

  • Aus Jean Pauls »Flegeljahren«
    gelesen von Friedhelm Ptok

  • Norbert Miller
    Robert Schumann und Jean Paul
    Robert Schumann »Davidsbündlertänze« op. 6
    gespielt von Nadezda Filippova

  • Jutta Weber
    Jean Pauls Papiere – zur Berliner Ausstellung im Herbst

Donnerstag, 21. März 2013. Beginn 18.30 Uhr; Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Einsteinsaal, 10117 Berlin, Eingang Jägerstraße 22/23

Jean Paul wurde vor 250 Jahren, am 21. März 1763 in Wunsiedel geboren. Am 21. März 2013 findet der Auftakt zum Berliner Jean-Paul-Jahr 2013 statt, das im Herbst in einer großen Ausstellung gipfeln wird. Zu Lebzeiten einer der erfolgreichsten Schriftsteller in Deutschland, war er, der als größter Erfinder deutscher Sprache nach Luther gilt, später gerade auch ein Autor für Autoren. Auch ein musikalischer Poet wie Robert Schumann entwickelte sein epochemachendes Klavierwerk an Jean Pauls Romanen. Dieser ungemein pnenden Verbindung von Poesie und Musik spürt der Abend nach.

Monika Grütters MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag Markus Bernauer Prof. TU Berlin, Projektleiter der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Mitherausgeber der Korrespondenz Jean Pauls Norbert Miller Prof. em. TU Berlin, Akademiemitglied, Projektleiter der Jean Paul Edition, Herausgeber der Werke und Mitherausgeber der Korrespondenz Jean Pauls Nadezda Filippova in Russland geboren, Klavierstudium in St. Petersburg, seit 2008 in Berlin an der Universität der Künste (bei Elena Lapitzkaja), Kurse u.a. bei Mikhail Pletnev und Willem Brons, Konzerte in Russland, Deutschland, der Schweiz und Portugal Friedhelm Ptok Schauspieler, Ensemblemitglied in Bremen, München, Hamburg und Berlin, zahlreiche Film- und Fernsehrollen sowie Engagements zu Lesungen klassischer und moderner Literatur Jutta Weber Stellvertretende Leiterin der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Eine Veranstaltung der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen Angela Steinsiek 030/20370-459, steinsiek@bbaw.de

Materialien:
Jean Paul Schumann

Jean Paul. Dintenuniversum. Begleitprogramm zur Ausstellung (November / Dezember 2013)

Das Jean-Paul-Jahr 2013 wird in Berlin mit einer großen monographischen Ausstellung vom 12. Oktober bis 29. Dezember im Max Liebermann Haus "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit" begangen (jeanpaulherbst.bbaw.de). Sie wird von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor und unter Mitwirkung des Deutschen Literaturarchivs Marbach veranstaltet, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach.

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Gesprächen und Lesungen von renommierten Wissenschaftler/innen und Autor/innen befasst sich in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, in der Staatsbibliothek zu Berlin, im Max Liebermann Haus und im Literarturhaus Berlin in der Fasanenstraße mit Jean Paul und seiner Rezeptionsgeschichte bis in die Moderne.

Wir möchten Sie herzlich einladen, sich Jean Paul auf verschiedene Weise zu nähern:

  • Helmut Pfotenhauer liest aus seiner Biographie „Jean Paul. Das Leben als Schreiben“

    Stiftung Brandenburger Tor (Max Liebermann Haus), Pariser Platz 7, 10117 Berlin
    Freitag, 1. November 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    Jean Paul schuf eine Welt aus Schrift, ein Tinten-Universum. Die meisten seiner Bücher sind Lebensbeschreibungen, und alles in seinem Leben muss dem Schreiben dienen: die Tag- und die Nachtstunden, die Familie und die Liebschaften, selbst das Essen und die ausgeklügelten Strategien des Trinkens. Eine Biographie Jean Pauls ist deshalb auch und vor allem eine Beschreibung dieses Schreib-Lebens.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Helmut Pfotenhauer, Prof. em. am Institut für deutsche Philologie der Universität Würzburg, Leiter der Jean-Paul-Arbeitsstelle an der Universität Würzburg und Alt-Präsident der Jean-Paul-Gesellschaft, zuletzt Verfasser einer neuen Jean-Paul-Biographie „Jean Paul. Das Leben als Schreiben“ (Hanser 2013). Mitkurator der Ausstellung "Namenlose Empfindung - Jean Paul und Goethe im Widerspruch" am Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt (August bis Oktober 2013).


  • Angela Steinsiek und Jutta Weber:
    Ideen-Gewimmel und ordnender Geist. Die Nachlässe von Jean Paul und Alexander von Humboldt

    Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Simón-Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
    Dienstag, 5. November 2013
    Beginn: 18 Uhr

    Unter den etwa 1500 Nachlässen, die die Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz derzeit verwahrt, gehören die Jean Pauls und Alexander von Humboldts zu den bedeutendsten. Einen Einblick in diese beiden Nachlässe im Vergleich gibt der gemeinsame Vortrag, und das nicht anhand von Abbildungen, sondern ein- und erstmalig vor den Originalhandschriften.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Angela Steinsiek, Studium der Germanistik, Komparatistik und Anglistik an der Technischen Universität Berlin, Promotion über Jean Paul. Mitarbeit bei der Edition des Frankfurter Nachlasses von Wilhelm Heinse; Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Mitherausgeberin der Briefe an Jean Paul in Historisch-kritischer Ausgabe. Kuratorin der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit".
    Jutta Weber, geb. 1952, Studium der Fächer Latein, Romanistik und Mittellatein, Leiterin des Referats Nachlässe und Autographen der Staatsbibliothek zu Berlin, Stellvertretende Leiter in der Handschriftenabteilung. Wissenschaftliche Mitleiterin der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit."


  • Sonderveranstaltung:
    Flegeljahre und Papillons. Robert Schumann komponiert Jean Paul
    Konzert und Lesung

    Auenkirche, Wilhelmsaue 119, 10715 Berlin Wilmersdorf
    Sonntag, 10. November 2013
    Beginn: 18 Uhr

    Robert Schumann: „Papillons“ op. 2
    Aus Jean Pauls „Flegeljahren“
    Robert Schumann: „Davidsbündlertänze“ op. 6

    Nadezda Filippova (Klavier), Friedhelm Ptok (Schauspieler). Einführung: Markus Bernauer (BBAW, Jean Paul Edition). Der musikalische Poet Robert Schumann entwickelte sein epochemachendes Klavierwerk an Jean Pauls Romanen. Der Abend spürt dieser ungemein spannenden Verbindung von Poesie und Musik nach.

    Eintritt: 15 €, erm. 10 € (Schüler, Studenten und Berlinpass Inhaber), Abendkasse – Freie Platzwahl, Einlass 17 Uhr. Verbindliche Reservierungen tel. 0152 33 798 514 oder Konzert.Auenkirche@web.de.

    Markus Bernauer, Professor für Neuere Deutsche Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Herausgeber des Nachlasses von Wilhelm Heinse, der Werke von Paul Heyse sowie von Johann Jacob Volkmann, seit 2008 Leiter der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Schwerpunkte in der Literatur vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, vergleichende Literaturforschung, Literatur und andere Künste. Wissenschaftlicher Leiter der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit".
    Nadezda Filippova in Russland geboren, Klavierstudium in St. Petersburg, seit 2008 in Berlin an der Universität der Künste (bei Elena Lapitzkaja), Kurse u.a. bei Mikhail Pletnev und Willem Brons, Konzerte in Russland, Deutschland, der Schweiz und Portugal.
    Friedhelm Ptok Schauspieler, Ensemblemitglied in Bremen, München, Hamburg und Berlin, zahlreiche Film- und Fernsehrollen sowie Engagements zu Lesungen klassischer und moderner Literatur.


  • Reinhard Jirgl:
    Von Misanthropen und Fachidioten
    auch Dr. Katzenbergers Badereise

    Literaturhaus Berlin, Kaminraum, Fasanenstraße 23,10719 Berlin
    Achtung veränderter Veranstaltungsort:
    Hotel Bogota Berlin
    Schlüterstraße 45
    10707 Berlin
    Mittwoch, 13. November 2013
    Beginn: 20 Uhr Achtung deshalb späterer Beginn: 20.30 Uhr

    Im Anfang von Jean Pauls Großwerk Titan geschieht dem Helden Albano das Wegreißen der Augenbinde, man möchte darin die Grundbewegung der Aufklärung erkennen. Doch was stürzt den bisher im Dunkel gehaltenen Seh-Maschinen entgegen?: die in alle Höhen und Fernen glänzenden, gleißenden „Lärmfeuer der gewaltigen Natur“ – und: das „Narratorium“ der Zeitgenossen in all ihren Aus- und Anmaßungen! Es will dem Augen-Menschen scheinen, in der Natur gehe es menschlicher zu als unter Menschen, was immer heißt: unter den Zeitgenossen, den Menschen des Heute; diejenigen, mit denen man gleichzeitig in der Welt sein muss. Was für ein Verhängnis! Was für eine Schande!

    Eintritt: 5.- / 3.- Euro

    Reinhard Jirgl, geboren 1953, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane beschreiben in einer sezierenden Sprache und mit einer eigenen Zeichen-Nomenklatur gesellschaftliche Zustände. Für das noch unfertige Manuskript „Abschied von den Feinden“ bekam er 1993 den Alfred Döblin Preis; hiermit gelingt ihm 1995 der Durchbruch. 1999 wird er mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. 2010 wird Jirgl der Büchner-Preis verliehen. Im Hanser Verlag erschien zuletzt sein Roman „Nichts von euch auf Erden“.


  • Alain Montandon: Pfefferkuchen und Weltuntergang. Jean Paul in Frankreich

    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW), Einsteinsaal, Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
    Freitag, 15. November 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    Das Bild Jean Pauls in Frankreich ist unbeständig. Es schwankt zwischen Pfefferkuchen und Weltuntergang, zwischen dem Bild der deutschen Idylle, so wie Wutz es vermitteln konnte (und Spitzwegs Malerei auf etwas kompliziertere Weise), und dem Bild Jean Pauls als Dichter des Nichts, wie es Die Rede des todten Christus geprägt hat – ein hochberühmt gewordener Text in der Romantik und in der französischen Literatur überhaupt. Der Vortrag wird die variantenreiche Geschichte der Jean Paul-Lektüren in Frankreich und Einflüsse, die davon ausgingen und die nicht immer ohne Überraschungen sind, entwickeln.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Alain Montandon, Professor em. für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Blaise Pascal. Er gründete und leitete das Zentrum für Forschung zur Moderne und Zeitgenössische Literatur. Ehrenmitglied am Institut Universitaire de France, ehemaliger Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Er ist Herausgeber der Werke von Theophile Gautier und hat zahlreiche Werke zur Geschichte der Höflichkeit, über europäische Umgangsformen und Lebenskunst veröffentlicht.


  • Elisabeth Décultot: Vom Lektürespeicher zur Schreibfabrik. Die Exzerpierkunst im 18. Jahrhundert

    Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Simón-Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
    Dienstag, 19. November 2013
    Beginn: 18 Uhr

    Seit der Renaissance wurden die europäischen Gelehrten für gewöhnlich aufgefordert, Exzerpthefte – mit anderen Worten, Sammlungen von Leseaufzeichnungen – anzulegen. Die allzeit verfügbaren Exzerpthefte, die bei jeder Lektüre mit neuen Informationen angereichert wurden und gelegentlich den Umfang von ganzen handgeschriebenen Bibliotheken einnehmen konnten, waren einerseits Zeugnisse gelehrter Lesetätigkeit und lieferten andererseits wertvolle Baumaterialien für die Herstellung eigener Werke. Mit Exzerptmagazinen haben nicht nur die bedeutendsten Humanisten gearbeitet, sondern auch Schriftsteller nachfolgender Jahrhunderte – wie etwa Winckelmann, Herder und Jean Paul. Gegenstand des Vortrags ist es, die Rolle zu beleuchten, welche diese Wissens- und Textspeicher für das literarische Schaffen des 18. Jahrhunderts gespielt haben.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Elisabeth Décultot, Directrice de Recherche im französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und arbeitet in dem Centre Georg Simmel an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) in Paris, assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch in Berlin. Germanistik-Studium an der Ecole Normale Supérieure in Paris, 1995 Promotion über die Kunstkritik in der deutschen Romantik, 2004 Habilitation im Bereich der Ästhetik des 18. Jahrhunderts. Alexander-von-Humboldt-Stipendiatin an der Humboldt Universität Berlin, visiting scholar am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin), 2007 bis 2008 Gastprofessur in der Universität Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Rezeption der Antike und der Geschichte der Kunsttheorie im 18.-19. Jahrhundert, insbesondere deutsch-französische Kulturtransfers und Kulturbeziehungen der Klassik. Im Rahmen ihrer Arbeiten über Winckelmann hat sie sich darüber hinaus intensiv mit der Geschichte des Lesens in der frühen Neuzeit auseinandergesetzt: Grundlage ihrer Winckelmann-Forschung sind dessen Exzerpthefte, die Winckelmann sein ganzes Leben lang anfertigte und die er zur Abfassung seiner Werke extensiv auswertete. Publiziert hat Décultot, insbesondere zu Johann Joachim Winckelmann und der Entstehung der Kunstgeschichtsschreibung, zum Kunstdiskurs der Aufklärung und der Klassik und zur Geschichte des Lesens und Exzerpierens. Zur Zeit koordiniert sie das Programm "Ästhetik. Geschichte eines deutsch-französischen Ideentransfers (1750-1850)". Kuratorin der Ausstellung "Musées de papier. L'Antiquité en livres, 1600-1800" im Louvre (September 2010-Januar 2011).


  • Monika Rinck und Christian Filips: Auf kurzen Wegen in den Aberwitz

    Literaturhaus Berlin, Kaminraum, Fasanenstraße 23,10719 Berlin
    Donnerstag, 21. November 2013
    Beginn: 20 Uhr

    „Der Humor als das umgekehrt Erhabene vernichtet nicht das Einzelne, sondern das Endliche durch den Kontrast mit der Idee“, schreibt Jean Paul in dem Kapitel „Humoristische Totalität“, auf das in der Vorschule der Ästhetik das Kapitel „Die vernichtende oder unendliche Idee des Humors“ folgt. Er bringt den Zusammenhang zwischen Erwartung und ihrer Nichtigkeit als eine Form der Ersparnis, mit welcher der Witz die Seinen ästhetisch begabt oder auch: betäubt, folgendermaßen auf den Punkt: „Wie Gott einen Endlichen mit Licht betäubt und niederschlägt, so tut es der Humor, indem er den Verstand verlässt, um vor der Idee fromm niederzufallen“. Hier flattert sie auf, die Freude an Widersprüchen und Unmöglichkeiten - auf kurzen Wegen geht es in den Aberwitz. Ihre essayistisch-musikalische Reisebegleitung sind Monika Rinck und Christian Filips, ihre Reisefibel: Jean Pauls Vorschule der Ästhetik.

    Eintritt: 5.- / 3.- Euro

    Monika Rinck
    Christian Filips


  • Norbert Miller: Jean Paul in der englischen Romantik

    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Einsteinsaal, Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
    Montag, 25. November 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    Die Jean Paul-Rezeption in England, mit der Romantik nach 1800 beginnend, dauerte nur einige Jahrzehnte, war aber äußerst intensiv und folgenreich: Samuel Taylor Coleridge kannte und zitierte die Werke und Schriften in Briefen und Tagebüchern, Thomas de Quincey fand für seine Confessions of an English Opium-Eater (1821) die visionäre Bildsprache in Jean Pauls Traumdichtungen. Sein Antipode Thomas Carlyle übersetzte den Quintus Fixlein und schrieb eine Reihe wichtiger und einflussreicher Essays über den Romancier, den Ästhetiker und den Politiker. Durch beide Wirkungsstränge ist Jean Paul nicht mit dem englischen Realismus, wohl aber mit E. A. Poe und Charles Baudelaire, mit den Anfängen der Moderne, eng verbunden.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Norbert Miller, geb. 1937 in München, Professor für Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Der vielfach ausgezeichnete Literaturkritiker und Literarhistoriker ist seit 1961 Herausgeber der Werke Jean Pauls im Hanser Verlag, der "Sprache im technischen Zeitalter", zahlreicher anderer Editionen und Verfasser von Büchern zur Literatur des 18. Jahrhunderts und der Goethezeit. Miller ist Mitglied zahlreicher Akademien und Vizepräsident der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literat


  • „Vertraue auf Gott, aber binde dein Kamel an.“ Navid Kermani im Gespräch mit Markus Bernauer über den Romanschreiber, den Jean Paul Jean Paul nennt

    Literaturhaus Berlin, Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
    Freitag, 29. November 2013
    Beginn: 20 Uhr

    „Als er das Kreuz, den Computer, den Wein und Hölderlin auf dem Boden ablegt, um allein die Tischplatte des alten Schreiners hochzuheben, holt er sich, nein, keinen Hexenschuß, sondern kommt auf dem Bürocontainer der erste Band von Jean Pauls Dünndruckausgabe zum Vorschein, der die Höhendifferenz zum Malertischbock ausglich.“ (Navid Kermani, „Dein Name“, Hanser 2011) Für Navid Kermani ist im Roman Dein Name wie in der Frankfurter Poetikvorlesung Über den Zufall. Jean Paul, Hölderlin und der Roman, den ich schreibe (Hanser 2012) Jean Paul ein wichtiger Bezugspunkt.

    Eintritt: 5.- / 3.- Euro

    Navid Kermani, geb. 1967 in Siegen, lebt in Köln. Er ist habilitierter Orientalist, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Seit 1999, als seine Dissertation »Gott ist schön. Das ästhetische Erleben des Koran« erschienen ist, hat er zahlreiche weitere Sachbücher, Essays und Romane veröffentlicht, zuletzt „Wer ist Wir? Deutschland und seine Muslime„ (2009) und den Roman „Dein Name“ (C. Hanser, 2011), hierin und in der Frankfurter Poetikvorlesung „Über den Zufall. Jean Paul, Hölderlin und der Roman, den sich schreibe“ (Hanser 2012) ist Jean Paul ein wichtiger Bezugspunkt. Für sein akademisches und literarisches Werk wurde Kermani vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Buber-Rosenzweig-Medaille, dem Hannah-Arendt-Preis und dem Kleist-Preis. Markus Bernauer, Professor für Neuere Deutsche Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Herausgeber des Nachlasses von Wilhelm Heinse, der Werke von Paul Heyse sowie von Johann Jacob Volkmann, seit 2008 Leiter der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Schwerpunkte in der Literatur vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, vergleichende Literaturforschung, Literatur und andere Künste. Wissenschaftlicher Leiter der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung „Jean Paul. Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit“.


  • Sonderveranstaltung
    Blumen-, Frucht- und Dornenstücke – Jean Pauls Frauen. Eine Lesung mit Percy Adlon und Lena Stolze

    Stiftung Brandenburger Tor (Max Liebermann Haus), Pariser Platz 7, Berlin-Mitte Mittwoch, 4. Dezember 2013
    Beginn: 19.30 Uhr

    Ein Mann und eine Frau lesen sich Stellen aus dem gigantischen Werk des fränkischen Genies Jean Paul vor, Stellen zu den Frauen in seiner Dichtung und in seinem Leben. Das beginnt mit den Liebeswallungen des kleinen Buben aus ärmsten Verhältnissen in Joditz und Hof, über die atemberaubend wechselnden Amouren des gefeierten Autors in Weimar bis zu seiner Bürgerwelt in Bayreuth im Hafen der Ehe.

    Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus Anlass der Lesung bleibt die Ausstellung (in der Percy Adlons Film Jean Paul. Phantasiestück über ein fränkisches Genie zu sehen ist) bis 19.30 Uhr geöffnet (Eintritt € 6,--/4,--).Lena Stolze, Schauspielerin, in Berlin geboren, arbeitete an allen großen Theatern im deutschsprachigen Raum und spielte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen. Für die Rollen der Sophie Scholl in Michael Verhoevens Film „Die weiße Rose„ und in Percy Adlons Film „Fünf letzte Tage„ erhielt sie den Bundesfilmpreis. Internationalen Erfolg errang sie auch mit Michael Verhoevens Film Das schreckliche Mädchen.

    Percy Adlon ist Film- und Fernsehregisseur, Autor und Produzent. Er arbeitete ebenso als Sprecher und Herausgeber literarischer Beiträge wie als Fernsehmoderator und Synchronsprecher. Adlon erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen. Der geborene Münchner lebt heute in Kalifornien. Neben Spielfilmen drehte Adlon mehr als 150 Dokumentarfilme über Kunst und gesellschaftliche Themen. Einer der wichtigsten, 1975 für den Bayerischen Rundfunk entstanden, ist „Jean Paul. Phantasiestück über ein fränkisches Genie„. Der Film wird auch in der Ausstellung „Jean Paul. Dintenuniversum„ gezeigt.


  • Meike G. Werner: Eduard Berend (1883-1973) – Philologe, Deutscher, Jude. Mit Jean Paul ins Exil

    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Konferenzraum 1, Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
    Mittwoch, 11. Dezember 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    1927 beauftragte die Preußische Akademie der Wissenschaften Eduard Berend mit der Herausgabe von Jean Pauls Sämtlichen Werken. Als Jude wurde er im November 1938 von der Akademie entlassen und kurz darauf ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Mit der Auflage, Deutschland sofort zu verlassen, kam Berend schnell frei. Anhand von Berends Korrespondenzen und Tagebüchern vergegenwärtigt der Vortrag seinen Weg ins Exil, seine Weiterarbeit an der Jean-Paul-Ausgabe in Genf, wo er seit Dezember 1939 auf die Möglichkeit der Weiterreise in die USA wartete und wegen des Krieges dann blieb, sowie die schwierige Entscheidung der Rückkehr nach Deutschland.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Meike G. Werner ist Kulturwissenschaftlerin, Herausgeberin des Briefwechsels Eduard Berend Heinrich Meyer 1938-1972 sowie der Korrespondenzen von Wilhelm Flitner und Mitarbeit an der Edition der Briefe von Karl Korsch, seit 2012 Chair des Department for German and Slavic Languages an der Vanderbilt University in Nashville (Tenn.), Associate Professor of German and European Studies. Schwerpunkte in der Literatur und Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts, Verlags- und Intellektuellengeschichte sowie der Geschichte der Germanistik.


  • Sonderveranstaltung:
    Schreib-Leben. Einladung in Jean Pauls Textwerkstatt

    Eine Workshopreihe der BBAW für Deutsch-Schüler der Oberstufe im Rahmen des „Schülerlabors Geisteswissenschaften“, am 21., 24., 30. Oktober, am 4., 11., 20., 22., 25. November und am 4., 6., 11., 13. Dezember 2013.

    Stiftung Brandenburger Tor (Max Liebermann Haus), Pariser Platz 7, 10117 Berlin

    Im Zentrum steht Jean Pauls modern anmutendes Schreibverfahren, seine Hervorbringung fiktionaler und autobiographischer Texte aus Notizen und Exzerpten. Kreative Schreibaufgaben stehen ebenso auf dem Programm wie literaturwissenschaftliche Verfahren. Mit Yvonne Pauly (Projektleitung), Janine Altmann (Projektassistenz), Jan Christophersen, Jörg Paulus und Michael Rölcke (Konzeption und Durchführung)

    Anmeldung erforderlich. Informationen unter pauly@bbaw.de, 030/20370-372 oder www.bbaw.de/AuS/Schuelerlabor Ermöglicht von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft


Materialien:
Jean Paul Faltblatt




Jean Paul. Dintenuniversum. Begleitprogramm zur Ausstellung (Oktober 2013)

Das Jean-Paul-Jahr 2013 wird in Berlin mit einer großen monographischen Ausstellung vom 12. Oktober bis 29. Dezember im Max Liebermann Haus "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit" begangen. Sie wird von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor und unter Mitwirkung des Deutschen Literaturarchivs Marbach veranstaltet, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Gesprächen und Lesungen von renommierten Wissenschaftler/innen und Autor/innen befasst sich in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, in der Staatsbibliothek zu Berlin, im Max Liebermann Haus und im Literarturhaus Berlin in der Fasanenstraße mit Jean Paul und seiner Rezeptionsgeschichte bis in die Moderne.

Wir möchten Sie herzlich einladen, sich Jean Paul auf verschiedene Weise zu nähern:

  • Kurt Wölfel: 250 Jahre Jean Paul, moderiert und vorgestellt von Monika Grütters

    Stiftung Brandenburger Tor (Max Liebermann Haus), Pariser Platz 7, 10117 Berlin
    Montag, 14. Oktober 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    Als akademischer Lehrer hat Kurt Wölfel, Professor em. der Univiversität Bonn und Ehrenpräsident der Jean-Paul-Gesellschaft, Generationen von Germanisten für Jean Paul zu begeistern vermocht. Seine Schülerin Monika Grütters, Vorstand Stiftung Brandenburger Tor und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, wird den Abend mit Kurt Wölfel in Berlin moderieren. Monika Grütters hat sich ihrerseits intensiv mit Jean Paul auseinandergesetzt. Zu Beginn ihres Studiums der Germanistik lernte sie den Dichter und Philosophen aus Oberfranken kennen und schätzen. Ihre Magisterarbeit schrieb sie bei Wölfel in Bonn über „Idylle und Unendlichkeit bei Jean Paul“. Im vergangenen November stellte die Vorsitzende der Stiftung Brandenburger Tor gemeinsam mit dem Verein Jean Paul 2013 den Dichter im Bayerischen Landtag vor.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich


  • Sonderverstaltung:
    Fachtagung der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Akademie und Schule“:
    „Erschriebenes Leben, erschriebene Welt. Jean Paul zum 250. Geburtstag“

    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, Einsteinsaal
    Donnerstag, 17. Oktober 2013
    9-16 Uhr

    Konzeption: Yvonne Pauly. Ermöglicht durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Jean Paul fristet wegen seiner sprachlichen Komplexität, aber auch aufgrund des schieren Umfangs vieler Texte im Deutschunterricht der Gegenwart ein Schattendasein. Die Tagung wendet sich insbesondere an Unterrichtende der Sekundarstufe II im Fach Deutsch; sie will Vorschläge unterbreiten, wie Jean Paul unter den gegebenen schulischen Bedingungen gelesen und im Kontext der Epochenwende um 1800 verortet werden kann. Mit Markus Bernauer, Heike Klapdor, Hannah Lotte Lund, Jörg Paulus und Angela Steinsiek.

    Anmeldung ab 7.8. unter schuelerlabor-studmb@bbaw.de oder 030 / 203 70-383


  • „Ich werde auf den Händen getragen, die sonst andere küssen“. Jean Paul in Berlin.
    Eine Lesung mit Friedhelm Ptok, Einführung Angela Steinsiek Stiftung Brandenburger Tor

    (Max Liebermann Haus), Pariser Platz 7, 10117 Berlin
    Freitag, 18. Oktober 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    Das Leben und die Begegnungen des Dichters in Berlin spiegeln sich am eindringlichsten in seinem Briefwechsel. Jean Paul lebte 1800 und 1801 rund ein halbes Jahr in der Romantikerhochburg Berlin, nachdem er vorher einige Jahre im klassischen Weimar gewohnt hatte. Zwischen ihm und romantischen Dichtern und Philosophen kam es hier zu allerlei merkwürdigen Begegnungen, die oft besser ausgingen, als es seine romantikskeptischen Satiren vermuten lassen. Jean Paul feierte in den hiesigen Salons Erfolge, besuchte regelmäßig Gesellschaften und Theater – und lernte seine spätere Frau Caroline kennen. Nach der Hochzeit zog das Paar nach Meiningen, in die deutsche Provinz.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Friedhelm Ptok, Schauspieler, Ensemblemitglied in Bremen, München, Hamburg und Berlin, zahlreiche Film- und Fernsehrollen sowie Engagements zu Lesungen klassischer und moderner Literatur
    Angela Steinsiek, Studium der Germanistik, Komparatistik und Anglistik an der Technischen Universität Berlin, Promotion über Jean Paul. Mitarbeit bei der Edition des Frankfurter Nachlasses von Wilhelm Heinse; Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Mitherausgeberin der "Briefe an Jean Paul" in Historisch-kritischer Ausgabe. Kuratorin der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit".


  • Markus Bernauer: „Heftige Dissonanzen.“ Jean Paul, Mahler, George und die moderne Literatur

    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, Einsteinsaal
    Dienstag, 22. Oktober 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    Von Gustav Mahler und Stefan George über Max Beckmann und Walter Höllerer bis zu Navid Kermani: Nur wenige Autoren um 1800 haben Schriftsteller und Leser seit dem späten 19. Jahrhundert so elektrisiert wie Jean Paul, kaum einer ist immer wieder so stark in seiner Modernität (oder auch Postmodernität) wahrgenommen worden. Der Gegenwart Jean Pauls in ihren verschiedenen Formen spürt der Vortrag nach.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Markus Bernauer, Professor für Neuere Deutsche Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Herausgeber des Nachlasses von Wilhelm Heinse, der Werke von Paul Heyse sowie von Johann Jacob Volkmann, seit 2008 Leiter der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Schwerpunkte in der Literatur vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, vergleichende Literaturforschung, Literatur und andere Künste. Wissenschaftlicher Leiter der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul. Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit".


  • Ralf Simon: Jean Pauls Ästhetik

    Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, Einsteinsaal
    Freitag, 25. Oktober 2013
    Beginn: 18.30 Uhr

    ean Pauls Ästhetik wurde bislang als ‚Autorenpoetik‘ gelesen. Stellt man die Vorschule der Ästhetik entschieden in den Zusammenhang der philosphischen Ästhetiken von Baumgarten bis Hegel, dann lässt sich der Text erstaunlich kohärent als 'Ästhetik' verstehen. Jean Paul entwirft ein ‚Theorienarrativ‘, das im Kontext der philosophischen Ästhetiken seiner Zeit eine eigenständige und originelle Position einnimmt.

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Ralf Simon, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Basel. Dr. phil. 1989 Bonn, Habilitation 1996 Bonn ("Das Gedächtnis der Interpretation. Gedächtnistheorie als Fundament für Hermeneutik, Ästhetik und Interpretation bei Johann Gottfried Herder", 1998,). 1997 bis 2000 Heisenberg-Stipendium. Forschung zu: Theorie der Prosa, Bildkritik des poetischen Textes, Lyrik und Lyriktheorie, Autoren um 1800 (Herder, Jean Paul, Lessing, Goethe, Romantik), Raabe, Brecht, Arno Schmidt, Fragen der Literaturtheorie, philosophische Ästhetik. Publikationen (u.a.): "Der poetische Text als Bildkritik", 2009; "Die Bildlichkeit des lyrischen Textes", 2011; "Die Idee der Prosa", 2013.


  • Sonderveranstaltung:
    Jean Paul-Abend. Eine Lesung mit Reinhard Jirgl und Ingo Schulze, Einführung Angela Steinsiek

    Landtag Rheinland-Pfalz, Plenarsaal, Mainzer Republik 1, 55116 Mainz
    Dienstag, 29. Oktober 2013
    Beginn: 20 Uhr

    Seit Stefan George Jean Paul um 1900 als Urvater der modernen Literatur wiederentdeckte, wird er gerade von Dichtern als Vorbild und somit als Dichter für Dichter gelesen. Beim Lesepublikum verdankt Jean Paul seine Präsenz heute der Anfang der sechziger Jahre von Walter Höllerer initiierten und von Norbert Miller besorgten Jean Paul-Ausgabe im Hanser Verlag. Die Schriftsteller Reinhard Jirgl und Ingo Schulze, beides bekennende Jean Paul-Enthusiasten, werden aus seinen Werken lesen und diesen damit aus der Zeit um 1800 buchstäblich in die Gegenwart holen.

    Der Eintritt ist frei, die Plätze sind aber begrenzt, Kartenwünsche an petra.plaettner@adwmainz.de. Veranstalter: Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, Veranstaltungsort: Mainzer Republik 1, 55116 Mainz.

    Reinhard Jirgl, geboren 1953, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane beschreiben in einer sezierenden Sprache und mit einer eigenen Zeichen-Nomenklatur gesellschaftliche Zustände. Für das noch unfertige Manuskript „Abschied von den Feinden“ bekam er 1993 den Alfred Döblin Preis; hiermit gelingt ihm 1995 der Durchbruch. 1999 wird er mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. 2010 wird Jirgl der Büchner-Preis verliehen. Im Hanser Verlag erschien zuletzt sein Roman „Nichts von euch auf Erden“.
    Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Berlin. Der minutiöse Beobachter der jüngsten deutschen Geschichte wurde seit seinem Debüt „33 Augenblicke des Glücks“ (1995) für seine lakonisch inszenierten Erzählungen vielfach ausgezeichnet. Für „Simple Storys“ erhält er 1998 den Berliner Literaturpreis mit Johannes-Bobrowski-Medaille, 2001 wird ihm der Joseph-Breitbach-Preis verliehen. Als Stipendiat der Villa Massimo in Rom schrieb er „Orangen und Engel“ (2010), zuletzt schrieb er zusammen mit Christiner Traber „Henkerslos: Ein Märchenbrevier“ (Hanser 2013). Neben seinem schriftstellerischen Werk tritt Ingo Schulze auch immer wieder als politischer Publizist hervor.
    Angela Steinsiek, Studium der Germanistik, Komparatistik und Anglistik an der Technischen Universität Berlin, Promotion über Jean Paul. Mitarbeit bei der Edition des Frankfurter Nachlasses von Wilhelm Heinse; Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Mitherausgeberin der "Briefe an Jean Paul" in Historisch-kritischer Ausgabe. Kuratorin der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul. Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit".


  • Jean Paul verlegen, edieren, lesen. Verleger und Wissenschaftler im Gespräch

    Ein Abend Walter Höllerer zu Ehren. Mit Michael Krüger, Norbert Miller und Helmut Pfotenhauer. Moderation: Markus Bernauer

    Literaturhaus Berlin, Kaminraum, Fasanenstraße 23,10719 Berlin
    Donnerstag, 31. Oktober 2013
    Beginn: 20 Uhr

    „Das Publikum läßt sich wie der Mensch in drei Teile zerlegen – ins Kauf- ins Lese- und ins Kunst-Publikum, wie mehrere Schwärmer den Menschen in Leib, Seele und Geist,“ heißt es in Jean Pauls Vorrede zu seinem Roman Siebenkäs. Die in den frühen sechziger Jahren bei Carl Hanser erschienene Ausgabe der Werke und Schriften, herausgegeben von Walter Höllerer und Norbert Miller, war in diesem Sinn ein großer Erfolg beim Kauf- wie beim Lese-Publikum, und die damals entfachte Diskussion um Jean Pauls Zugehörigkeit zur Moderne machte den Autor auch zu einem Favoriten des Kunst-Publikums, das sich unterhalb Schillers und Goethes gar nicht erst ums Lesen und Kaufen bemüht, wie das Zitat suggeriert. Am Ende des neuen Jean Paul Jubiläums denken vier, die es eigentlich wissen müssen, über das Ergebnis des Jahres nach.

    Eintritt: 5.- / 3.- Euro

    Michael Krüger, geb. 1943. Neben einer Verlagsbuchhändler- und Buchdruckerlehre Gasthörer an der Freien Universität Berlin, 1962 bis1965 Buchhändler in London, danach Beginn seiner Tätigkeit als Literaturkritiker und Lektor des Carl Hanser Verlags, den er seit 1986 leitet. Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 1984 debütierte er als Autor, es folgten weitere zahlreiche Erzählbände, Romane, Editionen und Übersetzungen, 2010 wurde er mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet.
    Norbert Miller, geb. 1937 in München, Professor em. für Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Der vielfach ausgezeichnete Literaturkritiker und Literarhistoriker ist seit 1961 Herausgeber der Werke Jean Pauls im Hanser Verlag, der Sprache im technischen Zeitalter, zahlreicher anderer Editionen und Verfasser von Büchern zur Literatur des 18. Jahrhunderts und der Goethezeit, Mitglied zahlreicher Akademien und Vizepräsident der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.
    Helmut Pfotenhauer, Professor em. am Institut für deutsche Philologie der Universität Würzburg, Leiter der Jean-Paul-Arbeitsstelle an der Universität Würzburg und Alt-Präsident der Jean-Paul-Gesellschaft, zuletzt Verfasser einer neuen Jean-Paul-Biographie „Jean Paul. Das Leben als Schreiben“ (Hanser 2013). Mitkurator der Ausstellung "Namenlose Empfindung - Jean Paul und Goethe im Widerspruch" am Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt (August bis Oktober 2013).
    Markus Bernauer, Professor für Neuere Deutsche Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin, Herausgeber des Nachlasses von Wilhelm Heinse, der Werke von Paul Heyse sowie von Johann Jacob Volkmann, seit 2008 Leiter der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Schwerpunkte in der Literatur vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, vergleichende Literaturforschung, Literatur und andere Künste. Wissenschaftlicher Leiter der derzeit im Max Liebermann Haus am Pariser Platz gezeigten Ausstellung "Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit".


Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung "Jean Paul. Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, des Literaturhauses Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach.

Veranstaltungsorte:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW), Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23,10719 Berlin
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Simón-Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Stiftung Brandenburger Tor, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin
Für die Veranstaltungen ist mit Ausnahme der Fachtagung für Lehrer und des Schülerlabors Geisteswissenschaften keine Anmeldung erforderlich

Anbei finden Sie den Flyer zur Ausstellung und zum gesamten Begleitprogramm zum Herunterladen.

Weitere Informationen Angela Steinsiek 030 / 203 70 - 459, steinsiek@bbaw.de

Materialien:
Jean Paul Faltblatt




Jean Paul. Dintenuniversum. Begleitprogramm zur Ausstellung (September 2013)

Das Jean-Paul-Jahr 2013 wird in Berlin mit einer großen monographischen Ausstellung vom 12. Oktober bis 29. Dezember im Max Liebermann Haus „Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit“ begangen (jeanpaulherbst.bbaw.de). Sie wird von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor und unter Mitwirkung des Deutschen Literaturarchivs Marbach veranstaltet, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach.

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Gesprächen und Lesungen von renommierten Wissenschaftler/innen und Autor/innen befasst sich in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, in der Staatsbibliothek zu Berlin, im Max Liebermann Haus und im Literarturhaus Berlin in der Fasanenstraße mit Jean Paul und seiner Rezeptionsgeschichte bis in die Moderne.

Bevor die Ausstellung in Kürze ihre Pforten für die Besucher öffnet, möchten wir Sie herzlich einladen, sich Jean Paul zur Einstimmung auf verschiedene Weise zu nähern:

  • Thomas Lehr und Helge Leiberg: Das Leben hat keinen Meister. Ein Jean Paul Abend

    Literaturhaus Berlin, Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
    Donnerstag, 12. September 2013
    Beginn: 20 Uhr

    Der Schriftsteller Thomas Lehr und der Maler Helge Leiberg stellen in Lesung und Simultanmalerei Texte von Jean Paul in beweglichen Bezug zu den spontan davon ausgelösten Bildwelten.

    Eintritt: 5.- / 3.- Euro

    Thomas Lehr, geboren 1957 in Speyer, lebt als freier Autor in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „42“ (2005), den Roman für Kinder „Tigerhai und das Geheimnis der Osterinsel“ (2008), den Roman „September. Fata Morgana“ (2010) sowie den Aphorismenband „Größenwahn passt in die kleinste Hütte, Kurze Prozesse“(2012).
    Helge Leiberg, geboren 1954 in Dresden, lebt als Maler in Berlin. 1990 gründete er die Performance-Gruppe GOKAN mit der Tänzerin Fine Kwiatkowski und den Musikern Lothar Fiedler und Dietmar Diesner, bei der er das von ihm entwickelte Noise-Painting praktiziert. Er hat zahlreiche Künstlerbücher veröffentlicht und mittlerweile weltweit ausgestellt.


  • Albert Ostermaier: „Als ich aus dem Mond fiel.“ Monolo über den erblindenden Jean Paul

    Literaturhaus Berlin, Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
    Donnerstag, 19. September 2013
    Beginn: 20 Uhr

    Jean Paul war immer unser Mann im Mond, ein Monolith, einer, der nach allen Sternen griff und selbst wie ein Stern verglühte. Er ist ein Dichter mit tausend Monden, eine eigene Sprachgalaxie, ein schwarzes Loch. Er war schon immer näher an Kubricks 2001. Odyssee im Weltraum als an Goethes Klassik. „(…) / ich sehe nicht / ein daß ich sterben soll denn ich / sehe nichts mehr ich bin blind / für den tod soll er ruhig ein auge / auf mich werfen ich nehm es / gern und setz es mir ein wie / ein vergrößerungsglas eine / neue linse die welt mit feuersätzen / in brand zu stecken damit ihr / ein licht aufgeht (…)“

    Eintritt: 5.- / 3.- Euro

    Albert Ostermaier, geboren 1967 in München, ist Autor von Theaterstücken, Gedichten, Romanen, Erzählungen und Hörspielen. Zuletzt veröffentlichte er den Roman „Zephyr“ (2008), den Gedichtband „Wer sehen will“ (2009), die Stücke „Fratzen. Blaue Spiegel« (2009), den Roman „Schwarze Sonne scheine“ (2011) den Gedichtband „Venedig – Die Unsichtbare“ (2012) sowie die Erzählung „Die Liebende“ (2012).


  • Julia Cloot: Zwischen (Klavier-)Taste und (Schreib-)Feder. Musizieren und Dichten bei Jean Paul

    Staatsbibliothek zu Berlin –Preußischer Kulturbesitz, Simón-Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
    Freitag, 20. September 2013
    Beginn 18.00 Uhr

    Als junger Mann schwankt Jean Paul (ähnlich wie ein halbes Jahrhundert später Robert Schumann) zwischen Klavierspielen und Schreiben. Um die eigene Schaffenskraft anzuregen, phantasiert er am Klavier. Der Rausch, den er durch das improvisatorische Instrumentalspiel erzeugt, eröffnet Jean Paul die Dimension des dichterischen Schauens. Und nicht nur ihm gelten Töne als Basis für das poetische Schaffen: Auch der musikalische Landschaftsdichter Walt aus den Flegeljahren nutzt die stimulierende Wirkung der Musik …

    Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Julia Cloot studierte Musikwissenschaft und Germanistik in Berlin. 1999 Promotion über Jean Pauls Beziehung zur Musik („Geheime Texte“, Berlin 2001). Nach Stationen als Chefdramaturgin am Theater Görlitz und Stiftungsreferentin in Hannover leitet die Kuratorin, Autorin und Dozentin seit 2005 das Institut für zeitgenössische Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seit 2006 ist sie für das Off-Programm der Donaueschinger Musiktage verantwortlich, seit 2011 Präsidentin der Deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik.


Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung „Jean Paul. Dintenuniversum Schreiben ist Wirklichkeit“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, des Literaturhauses Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach.

Veranstaltungsorte:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW), Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23,10719 Berlin
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Simón-Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Stiftung Brandenburger Tor, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin

Für die Veranstaltungen ist mit Ausnahme der Fachtagung für Lehrer und des Schülerlabors Geisteswissenschaften keine Anmeldung erforderlich. Informationen: Dr. Angela Steinsiek, steinsiek@bbaw.de

Anbei finden Sie den Flyer zur Ausstellung und zum gesamten Begleitprogramm zum Herunterladen.

Weitere Informationen Angela Steinsiek 030 / 203 70 - 459, steinsiek@bbaw.de

Materialien:
Jean Paul Faltblatt




Ausstellung: Jean Paul. Dintenuniversum (2013)

Ausstellung zum 250. Geburtstag des Dichters

Schreiben ist Wirklichkeit

Anlässlich des 250. Geburtstages von Jean Paul findet vom 12. Oktober bis 29. Dezember 2013 die erste große Einzelausstellung statt, die das Œuvre des deutschen Dichters umfänglich präsentiert. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes realisieren die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und die Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die Schau in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach. Die Veranstalter kooperieren zudem mit dem Literaturhaus Berlin sowie mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, deren Ausstellung Zettelkästen. Maschinen der Phantasie (4.3.-15.9.2013) mit einem Exkurs in Berlin vertreten sein wird.

Jean Paul (1763-1825) gehört zu den Größten der deutschen Literatur: Als Erzähler und Philosoph hat er wie Goethe, Schiller, Kleist oder Hölderlin ihren goldenen Jahrzehnten als Sprachmagier und Spracherfinder ohnegleichen einen eigenen Stempel aufgedrückt. Und er war in vieler Hinsicht der erste moderne Dichter Deutschlands: Das Erzählen ging ihm über die Erzählung, die Abschweifungen waren ihm wichtiger als die Geschichte, seine Streckverse oder Polymeter sind eine Frühform des Prosagedichts. Politisch war er ein radikaler Gegner der Fürstenherrschaft ebenso wie der französischen Revolutionsdespotie; und zugleich glaubte er nicht an die Möglichkeit, die Welt eindeutig und abschließend erklären zu können. Seine Erziehungslehre wirkte auf die Pädagogik ein, seine Ästhetik suchte einen Weg abseits von Klassikern und Romantikern. Schiller sah Jean Paul wie einen, der „aus dem Mond gefallen“ war. Als sich die deutsche Literatur im 19. Jahrhundert an der Weimarer Klassik ausrichtete, fiel der Einzelgänger aus dem Kanon. Erst von den modernen Autoren wurde er nach 1900 für seine unerhörte Sprache wieder gelesen.

Jean Paul glaubte nicht daran, dass man die Wirklichkeit beschreiben könne, nur, dass man sie erschreiben, im Schreiben erst erfinden könne. Er schuf sich seine eigene Literaturwelt, sein eigenes Universum aus Tinte, sein ‚Dintenuniversum‘. 40.000 Seiten dieses nachgelassenen Universums liegen in der Berliner Staatsbibliothek. Mit einer erstmals gezeigten repräsentativen Auswahl daraus zeigt die Ausstellung Jean Paul als Dichter und Philosophen, als Literatur- und Medienstar (mit den Geschenken der Königin Luise), vergegenwärtigt ihn in Bild (es sind erstmals alle wichtigen Jean Paul-Bildnisse an einem Ort versammelt) und Handschrift, veranschaulicht sein Verhältnis zur bewegten Geschichte, gibt Vorstellungen von den Automaten und Apparaturen, die ihn faszinierten. Sie porträtiert ihn und sein Zeitalter in Büsten, Gemälden, Zeichnungen, Stichen, Originaldrucken und Karten. Und sie rückt Jean Paul als Leser ins Licht, der besessen das Gelesene festhielt und das Festgehaltene ordnete und eine Ordnung für die Ordnung entwickelte. Unter Mitwirkung des Deutschen Literaturarchivs in Marbach zeigt die Ausstellung neben den Zettelkästen Jean Pauls einige Zettelkästen des 20. Jahrhunderts, Maschinen der Phantasie u.a. von Eckhard Henscheid, Peter Rühmkorf und Arno Schmidt. In die Moderne führt auch der Epilog der Ausstellung, der Jean Pauls deutsche und europäische Nachwirkung verfolgt.

Ziel von „Dintenuniversum“ ist es, Werk und Dichter aus Perspektive der heutigen Wissenschaft und Literatur neu zu erschließen und seine besondere Stellung als Wegbereiter der europäischen Moderne sichtbar zu machen. Begleitet wird die Schau durch Schülerlabore und eine Lehrerfortbildung. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Gesprächen und Lesungen von Wissenschaftler/innen und renommierten Autor/innen befasst sich in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, in der Staatsbibliothek zu Berlin, im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor und im Literaturhaus Berlin in der Fasanenstraße mit Jean Paul und seiner Rezeptionsgeschichte bis in die Moderne.

Wissenschaftliche Leitung: Markus Bernauer, Jutta Weber
Kuratorin: Angela Steinsiek

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit. Hg. von Markus Bernauer, Angela Steinsiek und Jutta Weber. Berlin: Ripperger & Kremers 2013. 368 Seiten. ISBN 3:978-3-943999-23-5

Besuchen Sie uns auf facebook

  • Andreas Knaesche: Eine Ausstellung über das Leben und Werk des Dichters Jean Paul , in: rbb Kulturradio vom 10.10.2013

  • Jürgen König: Der Mann, der aus dem Mond fiel: große Ausstellung „Jean Paul – Dintenuniversum“ in Berlin eröffnet , im: rbb vom 11.10.2013

  • Dintenuniversum. Die erste umfassende Ausstellung zu Leben und Werk des Dichters Jean Paul , in: JuraForum vom 11.10.2013

  • Lucy Fricke: Berliner Ausstellung entdeckt den Dichter Jean Paul neu , in: Berliner Morgenpost vom 14.10.2013

  • Jens Grandt: Das "Dintenuniversum". Jean-Paul-Ausstellung im Max-Liebermann-Haus , in: Neues Deutschland vom 18.10.2013

  • Zum 250. Geburtstag von Jean Paul findet die erste große Einzelausstellung statt, die sein Œuvre umfänglich präsentiert , in: kultur-port vom 22.10.2013

  • Lothar Müller: Die Montgolfieren der Phantasie – Berliner Ausstellung „Dintenuniversum“ zum 250. Geburtstag Jean Pauls , in: Süddeutsche Zeitung vom 29.10.2013

  • Peter von Becker: Jean-Paul-Ausstellung in Berlin. Der Weltverzauberer , in: Tagesspiegel vom 13.11.2013

  • metropolkultur: Frauenheld, Bestsellerautor, Erfinder von “Schmutzfink”, “Gänsefüßchen” und “Angsthase” vom 14.11.2013

  • Jürgen Kaube: Existenzgründung mit der Essigfabrik, in: Frankfurter Zeitung vom 15.11.2013

  • Sieglinde Geisel: Berlin zeigt Jean Paul: Ein Erregungsschreiber , in: Neue Zürcher Zeitung vom 16.11.2013

  • Wolfgang Hörner: Väter der Marotte. Geistesblitz. Wir erleben gerade ein Jubiläumsjahr der europäischen Moderne: Erheben wir uns für Diderot, Sterne, Wieland und Jean Paul , in: der Freitag vom 21.11.2013

  • Siglinde Geisel: Jean Paul lesen. Ein Klassiker fürs Kanapee , in: Neue Zürcher Zeitung vom 26.11.2013

  • [Benedikt] E[ren]z: Weltgeist mit Pudel, in: Die Zeit vom 12.12.2013, S. 15

Beteiligte Künstler/innen und Wissenschaftler/innen: Julia Cloot, Elisabeth Décultot (F), Christian Filips, Bernhard Fischer, Jens Malte Fischer, Christian Helmreich (F), Reinhard Jirgl, Navid Kermani, Michael Krüger, Uli Lechtleitner, Thomas Lehr, Helge Leiberg, Norbert Miller, Helmuth Mojem, Alain Montandon (F), Cornelia Ortlieb, Albert Ostermeier, Ernst Osterkamp, Jörg Paulus, Karl Pestalozzi (CH), Helmut Pfotenhauer, Friedhelm Ptok, Monika Rinck, Uwe Schweikert, Ralf Simon (CH), Peter Sprengel, Maike G. Werner, Michael Will, Christof Wingertszahn u.a.


Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung „Jean Paul Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, des Literaturhauses Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, ergänzt durch Mittel der Stiftung Joseph Breitbach.

Veranstaltungsorte:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW), Eingang Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23,10719 Berlin
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Simón-Bolívar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Stiftung Brandenburger Tor, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin

Für die Veranstaltungen ist mit Ausnahme der Fachtagung für Lehrer und des Schülerlabors Geisteswissenschaften keine Anmeldung erforderlich.

Anbei finden Sie den Flyer zur Ausstellung und zum gesamten Begleitprogramm zum Herunterladen.

Weitere Informationen Angela Steinsiek 030 / 203 70 - 459, steinsiek@bbaw.de


Materialien: Jean Paul Faltblatt

Jean Paul-Abend. Lesung mit Reinhard Jirgl und Ingo Schulze (2012)

JEAN PAUL-ABEND. EINE LESUNG MIT REINHARD JIRGL UND INGO SCHULZE

Jean Paul Edition
Montag, 11. Juni 2012, 18.30 Uhr

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt
Leibniz-Saal, Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin

Seit Stefan George Jean Paul um 1900 als Urvater der modernen Literatur wiederentdeckte, wird er gerade von Dichtern als Vorbild und somit als Dichter für Dichter gelesen. Beim Lesepublikum verdankt Jean Paul seine Präsenz heute der Anfang der sechziger Jahre von Walter Höllerer initiierten und von Norbert Miller besorgten Jean Paul-Ausgabe im Hanser Verlag. Die Schriftsteller Reinhard Jirgl und Ingo Schulze, beides bekennende Jean Paul-Enthusiasten, werden aus seinen Werken lesen und diesen damit aus der Zeit um 1800 buchstäblich in die Gegenwart holen. Norbert Miller ist der langjährige Leiter der Jean Paul Edition der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und zugleich Mitglied der Akademie der Künste; ihm ist die Poetik Jean Pauls ebenso nahe wie das Schreiben heutiger Autoren. Dieser Verbindung verdankt sich die Idee des Abends.

Reinhard Jirgl, geboren 1953, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane beschreiben in einer sezierenden Sprache und mit einer eigenen Zeichen-Nomenklatur deutsche Zustände des 20. Jahrhunderts. In der DDR blieben seine Manuskripte ungedruckt, mit „Abschied von den Feinden“ gelingt ihm 1995 der Durchbruch. Den Berliner Literaturpreis mit der Johannes-Bobrowski-Medaille (1998) erhält Jirgl für „Die atlantische Mauer“ (2000), 1999 wird er mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. 2010 wird Jirgl der Büchner-Preis verliehen. Im Hanser Verlag erschien zuletzt sein Roman „Die Stille“ (2009).

Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Berlin. Der minutiöse Beobachter der jüngsten deutschen Geschichte wurde seit seinem Debüt „33 Augenblicke des Glücks“ (1995) für seine lakonisch inszenierten Erzählungen vielfach ausgezeichnet. Für „Simple Storys“ erhält er 1998 den Berliner Literaturpreis mit Johannes-Bobrowski-Medaille, 2001 wird ihm der Joseph-Breitbach-Preis verliehen. Als Stipendiat der Villa Massimo in Rom schrieb er zuletzt „Orangen und Engel“ (2010). Neben seinem schriftstellerischen Werk tritt Ingo Schulze auch immer wieder als politischer Publizist hervor.

  • Begrüßung
    Ernst Osterkamp

    Akademiemitglied

  • Einführung
    Angela Steinsiek

    Jean Paul Edition

  • Ingo Schulze
    Schriftsteller

    liest aus
    Jean Pauls „Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch“

  • Reinhard Jirgl
    Schriftsteller

    liest aus
    Jean Pauls „D. Katzenbergers Badereise“

Die Jean Paul Edition an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erarbeitet die IV. Abteilung der von Eduard Berend begründeten historisch-kritischen Ausgabe, die die Briefe an den großen Dichter erstmals vollständig und mit einem zuverlässigen Text enthält. Mit Band 6 liegen nun die Briefe an Jean Paul aus der Bayreuther Zeit vor. Der Kommentar erschließt erstmals diese Jahre des großen Dichters im Einzelnen und mit zahlreichen neuen Dokumenten.

Neuerscheinungen: Michael Rölcke, Angela Steinsiek (Hg.): Jean Pauls Sämtliche Werke. Vierte Abteilung: Briefe an Jean Paul, Bd. 6: 1809-1814, Berlin: Akademie Verlag 2012

Der handschriftliche Nachlass Jean Pauls und die Jean-Paul-Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Teil 2: Faszikel XVI bis XXVI, hg. von Markus Bernauer, bearb. von Lothar Busch, Ralf Goebel, Michael Rölcke und Angela Steinsiek, Wiesbaden: Harrassowitz 2011

Weitere Informationen:
Angela Steinsiek
030/20 370 459
steinsiek@bbaw.de

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jahresthemas 2011/12 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften,

ArteFakte. Wissen ist Kunst - Kunst ist Wissen, und mit freundlicher Unterstützung des Akademie Verlages Berlin, der Stiftung Joseph Breitbach und der Stiftung Preußische Seehandlung statt

Materialien:
Jean Paul Abend 2012




Jean Paul in Berlin. Lesung (2011)

„ICH WERDE AUF DEN HÄNDEN GETRAGEN, DIE SONST ANDERE KÜSSEN“ JEAN PAUL IN BERLIN

Lesung zum 248. Geburtstag des Dichters
Jean Paul Edition
Montag, 21. März 2011, 18.30 Uhr

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt
Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Die Jean Paul Edition an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften erarbeitet die IV. Abteilung der von Eduard Berend begründeten historisch-kritischen Ausgabe, die die Briefe an den großen Dichter erstmals vollständig und mit einem zuverlässigen Text enthält. 2009 war Band 3 in zwei Teilbänden erschienen, nun liegen mit Band 4 die Briefe an Jean Paul in Berlin und in Meiningen und Coburg vor. Der Kommentar erschließt erstmals diese Jahre des großen Dichters im Einzelnen und mit zahlreichen neuen Dokumenten. Im Sommer wird zudem der folgende Band mit den Briefen aus der ersten Bayreuther Zeit Jean Pauls vorliegen. Abgeschlossen liegt auch die Beschreibung des umfangreichen Nachlasses von Jean Paul vor, der in der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt wird.

Anlässe genug für eine Lesung am 21. März, Jean Pauls Geburtstag. Das Leben und die Begegnungen des Dichters in Berlin spiegeln sich am eindringlichsten in seinem Briefwechsel. Jean Paul lebte 1800 und 1801 rund ein halbes Jahr in der Romantikerhochburg Berlin, nachdem er vorher einige Jahre im klassischen Weimar gewohnt hatte. Zwischen ihm und romantischen Dichtern und Philosophen kam es hier zu allerlei merkwürdigen Begegnungen, die oft besser ausgingen, als es seine romantikskeptischen Satiren vermuten lassen. Jean Paul feierte in den hiesigen Salons Erfolge, besuchte regelmäßig Gesellschaften und Theater – und lernte seine spätere Frau Caroline kennen. Nach der Hochzeit zog das Paar nach Meiningen, in die deutsche Provinz.

  • Begrüßung
    Norbert Miller

    Akademiemitglied

  • Einführung
    Monika Grütters

    MdB, Vorsitzende des Ausschusses für
    Kultur und Medien im Deutschen Bundestag

  • Lesung mit
    Friedhelm Ptok

    Schauspieler

  • Michael Rölcke
    Angela Steinsiek

    Jean Paul Edition

  • Jutta Weber
    Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin,
    Preußischer Kulturbesitz

  • Neuerscheinungen: Michael Rölcke, Angela Steinsiek (Hg.): Jean Pauls Sämtliche Werke. Vierte Abteilung: Briefe an Jean Paul, Bd. 4: 1800 bis 1804, Berlin: Akademie Verlag 2010

  • Jörg Paulus (Hg.): Jean Pauls Sämtliche Werke. Vierte Abteilung: Briefe an Jean Paul, Bd. 5: 1804 bis 1808, Berlin: Akademie Verlag (im Erscheinen)

  • Der handschriftliche Nachlass Jean Pauls und die Jean-Paul-Bestände der Staatsbibliothek Berlin Preussischer Kulturbesitz, Teil 2: Faszikel XVI bis XXVI, hg. von Markus Bernauer, bearb. von Lothar Busch, Ralf Goebel, Michael Rölcke und Angela Steinsiek (im Erscheinen)

Weitere Informationen:
Angela Steinsiek
030/20 370 459
steinsiek@bbaw.de

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung des
Akademie Verlages Berlin statt.

Materialien:
Jean Paul Lesung 2011




Blumen-, Frucht- und Dornenstücke, Buchpräsentation und Lesung (2009)

Nach einer Unterbrechung von fast zwei Jahren konnte 2008 Arbeit der Jean Paul Edition der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wieder aufgenommen werden. Erarbeitet wurde und wird in Berlin die IV. Abteilung der von Eduard Berend begründeten historisch-kritischen Ausgabe, die die Briefe an den großen Dichter erstmals vollständig und mit einem zuverlässigen Text enthält. 2004 waren die ersten beiden Bände erschienen. Nun liegt Band 3 in zwei Teilbänden vor, die an diesem Abend präsentiert werden sollen.

Die vorliegenden Briefe und Kommentare bieten ein faszinierendes Panorama der Revolutionszeit zwischen 1797 und 1800, eröffnen aber auch einen Einblick in das Leben Jean Pauls als Dichter wie als Privatmann: Im Spiegel seiner Korrespondentinnen und Korrespondenten lassen sich Entstehung und Wirkung seiner Romane und Erzählungen verfolgen. Gleichzeitig sind viele Briefe Teil der amourösen Verwicklungen Jean Pauls, die in der unglücklichen Verlobung mit Caroline von Feuchtersleben gipfelten. Aber auch abseits all dessen eröffnen diese Briefe einen hinreißenden Einblick in das Innenleben eines Zeitalters.

Begrüßung
Conrad Wiedemann

Einführung
Norbert Miller
Markus Bernauer

Lesung mit
Norbert Miller
Friedhelm Ptok
Nina West

Die Veranstaltung findet statt mit freundlicher Unterstützung des Akademie Verlages Berlin.

Ort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin.
Zeit: 13.07.2009; 18.30 Uhr.

Materialien:
Jean Paul Lesung 2009




Lesung aus Wilhelm Heinses italienischen Aufzeichnungen (2012)

Am 9. Februar 2012 veranstaltete die Jean Paul Edition eine Lesung aus Wilhelm Heinses italienischen Aufzeichnungen mit Friedhelm Ptok und Sabine Falkenberg. Diese Lesung ist als Aufzeichnung vollständig auf
L.I.S.A. (Gerda Henkel Stiftung)
zu sehen.