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Meiningen den 11ten Februar
1810

Dank, Guter, für die Mittheilung der Stanzen ! Ich hätte das bunte und geistvolle Gemisch am 30sten Januar wohl sehen mögen und den begeisterten Freund, als er niederschrieb. Unsre Sonne hier, wird wohl schwerlich je ein solches Fest bescheinen und darum noch einmal Dank, daß Sie uns etwas davon mittheilten; ich mahle mir nun die Gegenstände aus, wenn gleich nicht gerade mit den Farben, die sie in der That hatten, doch mit solchen die meiner Phantasie ein angenehmes Spiel gewähren.

Die freundliche Hoffnung die Sie uns in Ihrem Briefe an Wagner geben, zu Ende des Monaths vielleicht Meiningen zu besuchen ist gar erfreulich. Besonders wünsche ich, daß es in dieser Zeit geschieht, weil dann mein S. noch hier ist, vom 2ten März aber bis zu Ende, in Concriptions Geschäften abwesend sein muß.

Schwendler ist in diesem Augenblick ebenfals verreist, um einen Lehnsfall für die Herzogin zu nehmen. Uebrigens geht alles seinen gewöhnlichen Gang, von besonderen |2 Dingen und bedeutenden Vorfällen ist niemals die Rede.

Ich wünsche, daß man Ihren guten Bruder in Paris aufhält, damit er seine Carrier Reise nicht für sich selbst verliert.

Auch um Wagners Willen freue ich mich Ihrer Ankunft, ein unendlich stilles Sehnen hat er nach seinen Freunden, und oh Gott ich traue seinem längern Leben jetzt wenn gar denn jemals.

Ihrer lieben Gattin Gruß und Liebe von uns Allen. An Adelbert einen herzlichen Kuß.

In froher Erwartung des Wiedersehens

die

Ihrige
Henriette Schwendler

eiligst
Ich rechne mit Zuversicht, daß wenn Sie kommen der Freund unser Haus zu eigener Wohnung macht.

Zitierhinweis

Von Henriette Schwendler an Friedrich von Müller. Meiningen, 11. Februar 1810, Sonntag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB0102


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Textgrundlage

H: GSA, 68/540, Bl 7+10
1 Dbl. 8°, 2 S. Auf S. 4 Adr.: An | den Geheimen Regierungs Rath | Herrn von Müller | Hochwohlgebohren | in | Weimar | durch Güte. Siegel.


Korrespondenz

Überbracht von einer Frau von Stein.