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Korrespondenz

Von Johann Siegfried Wilhelm und Henriette Mayer an Caroline Richter. Berlin, 19. Januar 1819, Dienstag

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Meine liebe Caroline!

Nur drey Worte.

  • 1, Dank für die übersandten weiblichen Arbeiten, die ich mit Vergnügen verbrauchen werde.
  • 2, Anzeige, daß ich wahrscheinlich nach Marien Bad gehen werde.

Noch sind die Ärtzte hier darüber nicht einig, ob ich nicht zuerst nach Töplitz gehen muß. Auf beyde Fälle wünschte ich zu wißen, wann u bey wem ich mich wegen des Unterkommens mit meiner Frau, nebst weiblicher u männlicher Bedienung, zu melden habe. ich wünsche meublirte Stube u Cammer nebst Betten für mich u meine Frau. u dito zwey Cammern nebst Betten für beyde domestiquen. Auch wünschte ich eine Küche, die zugleich wo möglich für Holtz, Gelaß , Raum enthalte. Sonst besondern Holtz Gelaß, u ein anständiges appartment . Überhaupt [...] [...] freye Außicht; u freundliche Gegend. freye freundliche Gegend!

Mündlich Entschuldigung für diesen in Eyl geschriebenen [...] Brief.

Dein treuer Vater
Mayer

Berlin d. 19. Januar 19

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Theureste Caroline; ich bin Ihnen noch die Ausdrücke meines herzlichsten Danks schuldig, für die Frucht und Dornenstücke Ihres Mannes, die mir zugeschickt worden sind, und gewiß auf Ihr Geheiß; dies Buch gefiel mir immer ganz vorzüglich wie ich höre hat es noch sehr gewonnen; denn ich habe es selbst seit seiner Erweiterung nicht gelesen, da ich diesen Winter fast immer leidend und viel bettlägerig war, und besonders meine Augen, durch die Gichtschmerzen im Kopfe so angegriffen daß ich wenig oder nichts lese. ich will mich diesen Sommer an Ihrem lieben Buch ergötzen. Julius Spazier ließt mir Abends häufig vor, jetzt die Flegeljahre, Ihres Mannes, die ich zwar schon vor mehreren Jahren gelesen hatte |3 aber sie erscheinen mir ganz neu, und unterhalten mich auf das angenehmste. ich mache dieselbe Erfahrung bei diesem Buch als bei Meisters Lehrjahre von Göthe, wo ich jedes mahl, daß ich es wiederlese neue Schönheiten entdecke, die mir früher entgangen waren unbemerkt geblieben .

Sagen Sie mir, lieber Engel, ob Sie das Marienbad kennen? ich habe es nie nennen hören da ich doch so oft in Böhmen war. Mayer wünscht sich dahin. wenn es nur nicht so sehr neu und daher wenig eingerichtet sei , und er, außer der Heilqelle, die ich voraussetze, Mangel an Umgang und wenig Bequemlichkeiten, finden wird.

Wie weit ist es von Baireuth , würden wir Ihnen in Töpliz näher sein? ich wage es nicht einen Plan zu machen; aber |4 ich wünsche, was Sie gewiß wünschen und auch Mayer , eine Vereinigung mit Ihnen; da gebe der Himmel sein Gedeien, wie oder wo man muß schon alles anheim stellen. Wie

Wie hübsch schreiben Ihre Kinder auch selbst die Jüngste mein liebes Patchen. ich küße sie alle in Gedanken und wie herzlich wenn wir uns vereinigen. Empfehlen Sie mich Ihrem Mann und behalten Sie mich lieb, wie ich Sie

H. Mayer

Zitierhinweis

Von Johann Siegfried Wilhelm und Henriette Mayer an Caroline Richter. Berlin, 19. Januar 1819, Dienstag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB0543


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Textgrundlage

H: BJK, Berlin A
1 Dbl. 8°, 1 S. von Johann Siegfried Mayer, 2½ S. von Henriette Mayer. Auf S. 1 oben Datum vfrH: 19.1. Auf S. 1 unlesbare Worte wegen schwarzenTintenflecks und Einrisses.