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Korrespondenz

Von Karl Spazier an August Theodor Heinrich Bode. Leipzig, 3. Dezember 1803, Sonnabend

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Leipzig 3 Xbr. 3

Übernehmen Sie es doch, lieber B., Herrn Zimmermann meine Freude u völligste Zufriedenheit über seine schöne Zeichnung zu erkennen zu geben . Die Komposition ist allerliebst. Ein junger Mann, ein Schüler von Bause, namens Brückner, wird das Blatt stechen, u da es ihn hauptsächlich um Renommee durch die Zeitung zu thun ist, so hoffe ich, daß er etwas recht Gutes liefern wird. Ich habe manche brave Sache von ihm gesehen.

Das Geld wird Herr Zimmermann vermuthlich mit der heutigen Post durch die Verlagshandlung erhalten, der ich den Auftrag dazu gegeben habe. Ich wünsche, daß ihn aber mein Dank u das Wort, was ich mir vorgenommen habe von ihm zu sagen, einigen |2 Werth haben möge.

Ich bedaure recht sehr, daß Sie hier nur so hier durchgeflogen sind. Sie werden vermuthlich Mahlmann sehen, der heute abgeritten ist, um seiner Frau bis Rudolstadt entgegen zu kommen, welche Richter dort hin begleitet .

Ich empfehle Ihnen einen jungen Graf Örtzen, Sächs. Oberforstmeister in Ellefeld bey Reichenbach, der sich einige Wochen in Weimar aufhalten will. Er ist ein guter Mensch voll Bestreben nach dem, was er kaum verstehen, viel weniger je attrapiren kann; roh, aber herzlich ehrlich u gutmüthig. Und seine nähere Bekanntschaft kann Ihnen vielleicht noch im Sommer einmal angenehm werden; denn er unterläßt nicht, alle Menschen die er schätzt u bald gewaltig liebt, zu sich hin zu invitiren. Er ist mir gut u hält etwas auf mich. Wenns seyn kann, so empfehlen Sie ihn doch Schillers Bekanntschaft, u was weiterso ist, Wieland etc. Auch hat er die Bahn auf Göthe gestimmt. Zur Lust läßt dieser sich wohl von ihm fahren.

|3 An Sie, liebster B. häth ich nun eine besondere Bitte, u ich schreibe sie hierher, damit sie unter uns bleibt. Sie würden mir nehmlich einen Gefallen thun, wenn sie es übernehmen wollten, etwas hübsches und fundirtes, Artiges u Grazieuses über die 3 Menschen zu sagen, deren Bildnis auf dem frontispiz erscheint . Ich muß gestehen, daß ich das Senkbley nicht in die Hand zu nehmen wage. Das wäre nun auch wohl eigentlich nicht, was man zu thun hätte – aber gerade in dem Umstand, nicht recht zu wissen, wie man der Sache ihr Recht thut, liegt, wenigstens für mich die Schwierigkeit. Und danach läßt sich, fühle ich wohl, das Blatt mit einem sinnvollen, schönen Worte begleiten! Wollen Sie überhaupt ein Übriges thun, u das neue Jahr mit dem Geschenk eröffnen, was die Zeitung |4 ihren Lesern bringt, so freilich, daß ich entweder das was Sie zum Vorschein bringen mir, eben ohne Plagiat, zu eigen machen oder mit dem was ich als Herausgeber schicklicherweise zu sagen haben kann, in Verbindung sezen kann, so soll es mir ganz angenehm seyn. Machen Sie sich wenigstens die Lust einige den Versuch damit zu machen u mir etwas, was Sie einmal in einer heitern Stunde drüber hin werfen, zuzuschicken.

Noch eines. Lernen Sie doch ein allerliebstes weisses Geschöpfchen aus Dessau, eine Mamsell Rode kennen, die sich bey ihrer Tante, der Mad. Desport aufhält: Man sieht so was nicht alle Tage. Sie ist eben nicht schön, aber sehr gracieus und naiv.

Meinen Brief von D ie ar nemann werden Sie haben u ich wünsche gute Geschäfte .

Schreiben Sie bald

Ihrem Sp.

Zitierhinweis

Von Karl Spazier an August Theodor Heinrich Bode. Leipzig, 3. Dezember 1803, Sonnabend. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB0845


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Textgrundlage

H: DLA, B:Spazier, Karl, 79.44|12
1 Dbl. 8°, 4 S.