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Von Minna Spazier an Friedrich Kind. Leipzig, 2. Mai 1810, Mittwoch

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Leipzig 2ter May 1810

Ihr Schreiben war mir eben so unerwartet als angenehm. Ich nehme Ihr Anerbieten mit Vergnügen an, und auch der Verlagshandlung ist es ganz gelegen Ihnen die Summe voraus zu bezahlen, welche Sie für Ihre Gedichte verlangen. Nur wünscht sie die Sache so einzurichten, daß die ganze Sache so l Auslieferung des Mskpts. und folglich Zahlung der verlangten fünf Friedrich d’or, so lange Anstand haben mögen, bis der Druck des Almanachs seinen Anfang nimmt, was sich nicht bis über den ersten Julius hinaus verziehen kann .

In diesem Augenblick wo die Meße Herrn Brockhaus so wie jeden andern Buchhändler beschäftigt, auch bereits Zeichnungen und Platten abgedruckt werden , deren Bezahlung dem des Textes vorangehen muß, weil die Künstler seit einem halben Jahre damit beschäftigt gewesen sind, dürfen Sie also nicht darauf rechnen, doch werden wir uns schon mit dem Gelde melden, wenn wir |2 das Manuskript brauchen haben müßen.

Es wird Sie freuen daß unter vielen neuen Mitarbeitern, als da sind Streckfuß, die Pichler, Falk , und andre, auch sogar August Wilhelm Schlegel, Beiträge geliefert hat , worauf ich mir, wie Sie von selbst denken können nicht wenig einbilde .

Ich schreib Ihnen in großer Eil, denn es ist ein ewiges Gewühl jetzt um uns her, und wirklich ist lange keine Ostermeße so intereßant gewesen als die jetzige.

Kommen Sie denn nicht einmal nach Leipzig? Wenn Sie uns dann besuchen so werden Sie uns recht freundlich und nett in Reichels Garten antreffen, wo wir uns sehr wohl befinden.

Viele Grüße, Ihrer liebenswürdigen Frau
ich bin unverändert

Ihre


ganz ergebenste
M. Spazier
geb. Mayer

Zitierhinweis

Von Minna Spazier an Friedrich Kind. Leipzig, 2. Mai 1810, Mittwoch. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1085


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Textgrundlage

H: SLUB, Mscr.Dresd.App.42,252
1 Dbl. 8°, 2 S. Auf S. 1 oben von Minna Spaziers Hand: an Friedrich Kind | in Dresden. Siegelausriss S. 3 und 4, auf S. 4 Siegelspur und Adr.: Herrn Friedrich Kind | Wohlgeb. | in | Dresden.