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Nürnberg 28. Mai Abends
1802

Es sieht außerordentlich windig aus um das von mir projektirte Conzert. Die Nürnberger kommen mir alle vor wie Narren, die einen Fremden zum Narren haben – lauter heuchlerisches, spitzbübisches, schwer begreifendes, eigennütziges vergnügtes Affenvolk.

Alle zum Anbetteln bereit. –

Heute laß ich mich noch bei der Nase herumführen – man hat mich zu einem Quartett gebeten, um mich doch nachher gehört zu haben – morgen führ ich mich ab.

Den Rest mit Bleistift:

Ich schreibe ihn nicht im erbärmlichen Quartett, das mir die Nürnberger jetzt zum klingenden Honorar meiner bereits |2 herausgegebenen Töne, zu Ehre vorspielen. Sie sind so attent , daß sie es gar nicht ahnden, wie ich hier am Fenster stehe u eine hogarthische Crayonzeichnung v. ihnen entwerfe.

Ob ich nach Anspach oder erst nach Erlangen gehe, weiß ich in diesem Augblik noch nicht.

Morgen schreib' ich wieder.

Adio, Emanuel.
Morgen früh erst, hoff' ich, krieg ich Deinen Brief.

Thieriot

Emanuel, Otto, Amöne seyd nochmals u. abermals gegrüßt.

Der Gesandte v Oberkamp, an den ich v. Herzog v Hildburgh. empfohlen war, hat mich zum Hrn. v Imhof gesandt der nicht zu Hause war.

Zitierhinweis

Von Paul Emile Thieriot an Emanuel. Nürnberg, 28. Mai 1802, Freitag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1427


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Textgrundlage

H: ehemals Slg. Apelt,
1 Bl. 8°, 2 S.

Überlieferung

h: BJK, Berlin V, 138
Briefkopierbuch der Briefe Thieriots an Emanuel, H. 1, S. [11]–[12] (unvollständig).


Korrespondenz

A: Von Emanuel an Paul Emile Thieriot. Bayreuth, 30. Mai 1802, Sonntag

Links über dem Brief Beantwortungsvermerk von Emanuels Hand: beantw. am 30ten | nach Anspach.