Edition Umfeldbriefe Korrespondenz

Von Georg Joachim Göschen an Johann Ernst Wagner. Leipzig, nach dem 7. März 1808

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Eben, da ein beschwehrlicher Gast, der mich alle Frühjahre bey mir einspricht, das Catharrsfieber, mich verlassen will erhalt ich das Geschenk Ihrer Liebe und Sie empfangen gleich dafür den Dank aus meinem Herzen.

Sie liebenswürdiger Enthusiast! Möchte doch ein kalter Geschäftsmann neben Ihnen stehen und das Ding ordnen, das gelingen soll. Sie müssen ein in ganz Deutschland bekantes Haus, wie Frege in Leipzig, dahin bringen, daß es die Subskriptionsgelder einnimmt und bis zur Anwendung Verwaltet. Sie selbst müssen in jeder der 51 Städte den Kommissionair nennen und angeben – Ich kann mich nicht einlassen; aber ich will Ihnen zwey Adressen geben. Senden Sie den Plan nach Dresden an den Apellationsrath Kör und Geheimen Referendar Körner, einen enthus. Verehrer der Kunst und der Künstler; ehemals Mitarbeiter an den Horen |2 Verfasser, der bey mir Ostern herauskommenden Aesthetischen Ansichten. Eine Korrespondenz mit ihm wird fördern zumal er auch an dem Phöbus theil nimmt. Dann senden Sie mit einem artigen Brief ein Exempl des Plans nach Hamburg an Madame Christine Westphalen gebohrne Von Axten. Verfasserin der Charlotte Corday des Petrarca etc, reich und geistreich. Dann haben Sie auch in Hamburg was Sie dort wünschen können.

Hier geb ich 1 Expl an Hofrath Rochlitz, den Herausgeber der Musikalischen Zeitung und der Selene der alle Kunstfreunde kennt, das andre an Doctor Gehler, Senator. Selbst Künstler und Liebhaber hier haben Sie davon genug. Ich denke ich kann keinen besseren Gebrauch von ihrem Geschenk machen um mich dankbar zu beweisen Hierbey die Selenen. Immerdar

Ihr Göschen

Der Preis der Selene für Sie ist 4 rth
für die Herzogin 6 rth

Zitierhinweis

Von Georg Joachim Göschen an Johann Ernst Wagner. Leipzig, nach dem 7. März 1808 In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/brief.html?num=JP-UB0869


XML/TEI-Dokument

Textgrundlage

H: UB Leipzig, Autographensammlung , ASL 787
2 Bl., 2 S.


Korrespondenz

B: Von Johann Ernst Wagner an Georg Joachim Göschen. Meiningen, 7. März 1808
A: Von Johann Ernst Wagner an Georg Joachim Göschen. Meiningen, 6. Mai 1808

Zur Datierung: Johann Ernst Wagner hatte am 7. März 1808 seine "Reisen aus der Fremde in die Heimath" samt Kunstschulplan an Göschen geschickt. Wagners Antwortbrief an Göschen stamm vom 5. Mai 1808 im Brief erwähnte Christine von Westphalen, der Wagner ebenfalls ein Exemplat schicken sollte, hatte sich am 21. Mai 1808 bei Wagner für den Kunstschulplan bedankt.