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Korrespondenz

Von Ludwig Friedrich Schmidt an Johann Ernst Wagner. München, 12. Mai 1808, Donnerstag

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München 12. Mai 1808.

Längst, mein verehrter Freund, würde ich Ihnen für den Genuß, den mir Ihre "Reisen" verschafft haben, herzlich gedankt haben, wenn ich nicht durch Geschäfte gehindert, stat daran gekommen wäre, zu geniessen und zu antworten. Ich habe Ihren KunstPlan mit Aufmerksamkeit studirt, und ich habe manches auf dem Herzen, was ich Ihnen gerne sagen möchte; aber: Ihre Protestation gegen alle Zweifel, Einwürfe, Bedenklichkeiten p versiegelt mir den Mund. Ich muß mich also nur auf die Versicherung beschränken, daß ich hier gerne zu Ausführung des Plans mitwirken will, aber das nähere Wie? von Ihnen erwarte. Meiner Meinung nach wird der Plan durch Ihr Buch nicht allgemein genug verbreitet, und müste daher einzeln gedruckt, in allen Städten in Menge ausgeteilt, dabei für jede ein Mann genannt werden, der |2 sich erbietet, Beiträge anzunehmen, wobei Sie dem ad locum München mich nennen mögen. Ausser dieser Vorbereitung wird schwerlich ein Kommissär in Thätigkeit kommen. – Sobald Sie mir Erlaubnis geben, mehr darüber zu sagen, sollen Sie mich redseliger über die Sache finden.

Die Königin hat Buch und Plan sehr gut aufgenommen und wünscht die Ausführung des leztern, wie man die Realisirung einer schönen Idee wünscht – ohne daran zu glauben!

Die Bittschrift der Frau von Wechmar habe ich dem König selbst eingehändigt, ich weis aber noch nicht, ob sie die gewünschte Wirkung hervorgebracht hat. Der König äusserte, daß es schwer sein würde, der Frau von W. zu willfahren, da dieß wegen der Konsequenzen bedenklich sey .

Und nun beurlaube ich mich von Ihnen, wie ich hoffe, auf kürzere Zeit, und erwarte bald mehr von Ihnen zu hören. Ihrer Gesundheit wünsche ich mit der wiederkehrenden bessern JahresZeit eine gänzliche Herstellung und bin von ganzer Seele

der Ihrige
F. Schmidt

Zitierhinweis

Von Ludwig Friedrich Schmidt an Johann Ernst Wagner. München, 12. Mai 1808, Donnerstag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB0876


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Textgrundlage

H: Faksimile Baumbachhaus Meiningen (ehemals Slg. König),
1 Bl. 8°, 2 S.