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d. 9 Sept. 1817.

Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen beiliegend einen Aufsatz, den Nachdruck betreffend, mitzutheilen, den ich entweder in den Europäischen Annalen, oder in der Justiz- p Fama, oder in dem Beobachter abgedruckt zu sehen wünsche, und Ihnen die Wahl überlasse, in welche dieser Zeitschrift (ob in Eine oder mehrere) Sie ihn aufnehmen wollen. Sollte dieser Wunsch (und, wenn ich bitten dürfte, bald) erfüllet werden: so überlasse ich Ihnen die Bestimmung des Honorars, nur ersuche Sie ergebenst, mir ein Exemplar des Abdrucks gefälligst mitzutheilen. Sollten Sie den Aufsatz der Aufnahme in einer der erwähnten Zeitschriften nicht würdig finden: so bitte ich, daß Sie die Gewogenheit haben möchten, mir ihn sogleich zurückzusenden.

In demselben ist einiger Stellen einer kleinen Schrift: Uiber (Für) den Nachdruck von Krause, die bei Macklot in Stuttgart vor Kurzem erschienen ist, erwähnt. Dieses Schriftchen war |2 ursprünglich für die Allemannia bestimmt; ich weiß aber nicht ob die Aufnahme in dieselbe versagt oder bewilliget worden wäre, wenn diese Zeitschrift fortgedauert hätte. Als sie aber mit dem Abgang des Ministers Montgelas aufhörte und an deren Stelle unter dem Einfluß des jetzigen Ministeriums eine neue Zeitschrift: Beiträge zur Erörterung u Prüfung von Tagesmeinungen p, trat: so wurde die Aufnahme in derselben dem Krauseschen Schriftchen nicht gewährt, ungeachtet andere, unter dem vorigen Ministerium und zu des vorigen Jahrb schon verlangte, Aufsätze, z. B. meine "flüchtigen polit. Rhapsodien, die Engl. u. deutsch. Handelsverhältnisse betreffend", abgedruckt wurden. Ich theile Ihnen diese Nachrichten mit, weil ich gewiß weiß, daß das Krausesche Schriftchen bestimmt ist, auf den Bundestag zu wirken. Auch ist es dahin versendet worden, und es ist wahrscheinlich, daß die Mitwirkung des Baierschen Gesandten (im Fall dieser etwa ein Gönner des Nachdrucks und mithin auch der Vertheidiger desselben sein möchte) zu erlangen |3 zu erlangen gesucht worden ist. Vielleicht können diese Nachrichten einigermaßen nützlich sein bei einer, in Frankfurt etwa nöthigen Gegenwirkung gegen das Krausesche und ähnliche Schriftchen. Vergeben Sie daher die Weitläuftigkeit derselben!

Zu gleich frage ich an, ob ich nicht für die Europ. Annalen einen Aufsatz unter dem Titel: "Zerstreute völkerrechtliche Betrachtungen über die Versuche, welche bis jetzo zur Abstellung der Seekaperei gemacht worden sind", einsenden darf. Da England den Afrikanischen Raubstaaten ein Kaperrecht einzuräumen geneigt ist oder schon eingeräumt hat; da die südamerikanischen Insurgenten die zur See unbewaffneten, Völker, mithin besonders die Deutschen für völkerrecht- oder seerechtlos, mithin einer fortgehenden Kaperei unterwerfen wollen: so scheint mir der Gegenstand von großer Wichtigkeit, und ein fortgehender Kampf gegen das sogenannte Kaperrecht nöthig zu sein.

Mit ausgezeichneter Hochachtung

Georgius.

Was Sie an mich gelangen lassen wollen, werde ich unter der Adresse: an den Privatgelehrten Otto in Baireuth, richtig erhalten.

Zitierhinweis

Von Georg Christian Otto an Johann Friedrich von Cotta. Bayreuth, 9. September 1817, Dienstag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1341


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Textgrundlage

H: DLA, Cotta-Archiv
1 Dbl. 8°, 3 S.


Korrespondenz

S. 4 Präsentat aoR: Georgius. 9 Septb1817. | 20 aod | 27 —