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Korrespondenz

Von Paul Emile Thieriot an Jeanne Marie Thieriot. Dresden, 17. und 18. Januar 1801, Sonnabend und Sonntag

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Dresden Sonnab. Ab. / 17. Jan.1801

Endlich gehts einmal. Der Tag, heute üb. 8 Tage , collidirt zwar mit der Oper, aber mit einer oft wiederholten, und die Capelle kriegt' ich und möcht' ich so nicht. Ich bezahle also eine Auswahl der Garden- u. Jagdhoboisten, wovon Kummer (der schon in Leipzig Concert gab) mir eines auf dem Fagott spielt. Dieses wird hier mehr interessiren, als Klengel's Clavierconzert. Mad. Fleischer (des Frankfurters) geb. Hiller , singt ihrem Landsmann 2 Arien, deren Texte ich morgen abhole, um sogleich die Zettel druken u. mit den Comödienzetteln (Dienstags u. / od. Donnerstags) herumgeben zu lassen. – Billets (zu 16 gl.) kann ich rechnen – nur durch Reinhard, Oncle Henry, Paul B., Villars – schon 50-60 untergebracht zu |2 haben.Die Waschmaschine wird entw. verhangen, od. auf meine Kosten (höchst. 5 f) herausgebracht. Dies wird nebst dem Preise des Saals übermorgen bestimmt. – DieKosten / (für dieses Concerts nämlich)hab' ich sicher schon.

Gute Empfehl. nach Berlin bekomm' ich auch von Nauwerks . Ich höre überall, daß es einem nur hier so versäuert wird.Fast

Ich hoffe beinahe ich, kein 2tes Conzert geben zu müssen, sondern nach dem letzten Strich Geige u. Alles einpaken zu dürfen.Aber die Besorgniß ist ohne Grund:man liebt nur Zierlichkeit.Der Teufel / Henker hole Alt- Neu- und Friedrichstadt, aber mich nicht wieder hin!

Paul

Ein ächtes Dresdner Briefconcept, worin die erste Person nicht am seltensten vorkommt. Indessen sagt doch die Adresse ungefähr: An Wen.

|3 Sonntags Abend.

Ich schreibe sogleich an den Justizcommiss. Jordan, mir die Adresse eines bill. Gasthofs od. lieber e. chambre garnie z verschaffen nach Lübben zu schiken. Klengel muß auch noch spielen, damit wir sein Pianof. z den Arien bekommen. – "Unter den Hochzeitgedichten gefällt gefiel mir A am besten; einiges" z. B. die Zeile: "Wie es webt und sich regt im allmächt. Leben" scho gefiel mir "schon früher" d. h. in einem frühern Göth. od. Schillerschen Gedicht ; vom Prolog gefiel mir der 3. u. 4te Vers."

Eine "Critik" hattest Du (seit der letzten Antikritik nicht von mir zu befürchten. – Dein Concert scheint ernstlich plebejisch zu seyn. Warum musst Du Dich an die Strike hängen?

Ich spiele im 1. Th. Viotti Done, im 2ten Anf. Kreutzer, u. 3. Schluß Var. v. Durand.

Zitierhinweis

Von Paul Emile Thieriot an Jeanne Marie Thieriot. Dresden, 17. und 18. Januar 1801, Sonnabend und Sonntag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1405


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Textgrundlage

H: BJK, Berlin V, 243
1 Dbl. 8°, 2½ S. Auf S. 4 Adr.: Messieurs et Mademoiselle | Thieriot | á | Leipzig