Von Paul Emil Thieriot an seine Familie in Leipzig. Berlin, 7. und 8. Februar 1801, Sonnabend und Sonntag

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Berlin 7. Febr. / Sonnab. Abends 1801

Ich werde kaum 3 Worte mehr schreiben können, als meine Lieben, als daß wir vorgestern spät hier angekommen, daß ich gut genug logirt bin (die Tante Paul Jordan allein hat sich entschuldigt, daß sie mich nicht logire) wenigstens nur 3 Schritte von der Post / ; daß mich die genannte Tante heute früh bei den übrigen nächsten Verwandten herumgefahren, die mich alle zum Essen bitten – u. daß ich heut Abend in ½ Stunde bei Jordan-Friedel spielen und dann hören werde.

s. das Couvert

Bis dahin bleib ich noch taub-stumm, u. verweise auf den Commentar im nächsten Brief . – Alles ist gut, bis auf das Wetter: denn in Schuhen oder Leipziger [...] / kurz zu Fuße ist jetzt in Berlin auf keiner Straße fortzukommen: |2 u. ich habe meine Adressen / Empfehlungsschreibenvon Nauwerk an den Hofjuwelier Runeken u. Hofbuchdrucker Deker, von der Gräf. Lynar an Himmel zum Theil noch nicht abgeben können. – Jean Paul, von dem ich zum Glück ganz nahe, d. h. ungefähr so weit wie das Hallische Pförtchen vom Barfußpförtchen , [...] w ohne ist noch Bräutigam .Mein Büri ist auch noch hier, u. wird mich wohl unterstützen. – Einen in Leipzig abgegebenen Brief von J. P. an mich bitt' ich mir hieher zurükzusenden, unter andern. Wo ist Jaques?

Paul Thieriot

Königsstraße No. 4 unweit der Post
bei Goldschmid Frosch 2 Treppen

NB Dem Oncle hab ich noch von Lübben geschrieben, aber von hier noch nicht

Ihr lieben Kinder! Ich kann wahrlich in dieser Extrapost vor der Post, weder mehr noch besser schreiben.

Sonntags darauf.

Der "nächste Brief" ist schon hier. Ich spielte gestern bei Jordan gut, u. versöhnte wie es scheint meine vorher wie es schien dagegen eingenommenen Verwandten mit meinem Vorhaben. Warten werd ich, wegen der ungeheuern Collision, wohl ein paar Wochen müßen. Ist doch hier nicht die Noth mit der Capelle wie in Dresden. – Das größte Glück ist, daß es gefroren hat u. man ausgehen kann. – Heute geh ich in die Maria Stuart , morgen in die große Oper (gratis) Uebermorgen ist Wallensteins Tod.

Zitierhinweis

Von Paul Emil Thieriot an seine Familie in Leipzig. Berlin, 7. und 8. Februar 1801, Sonnabend und Sonntag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1408


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Textgrundlage

H: BJK, Berlin V, 243
1 Bl. 4°, 2 S. Auf S. 1 am oberen linken Rand vfrH mit Bleistift: An Jeanette Thieriot


Korrespondenz

A: Von Jeanne Marie Thieriot mit einem Nachsatz von Fräulein Heinroth an Paul Emile Thieriot. Leipzig, 10. und 11. Februar 1801

Präsentat: Berlin 7 & 8. fev. 1801 | Paul 10die | Rep.