Darstellung und Funktionen des "Kritischen und kommentierten Textes" sind für Medium- und Large-Screen-Endgeräte optimiert. Auf Small-Screen-Devices (z.B. Smartphones) empfehlen wir auf den "Lesetext" umzuschalten.



|1
Bayreuth den 10. Febr. 1805.

Guter Thieriot!

Zu Ihnen zu kommen fordert mein Emanuel, nicht weniger mein Herz.

Ihr Wohl liegt mir nah, Thieriot! Wie viel Freuden verbreiten Sie Guter über unser Leben, wann wir Sie glücklich sehen; und der vornehmste Nutzen der Freundschaft ist, daß sie unser Daseyn glücklicher macht.

Als mir letzthin der Sohn der Justiz Räthin Münch, Handlungs-Diener zu Frankfurt, bei einem fröhlichen Mittagmahl dahier, das anziehende der schönen |2 Mayn- und Rheingegend beschrieb, hüpfte mein Herz bei dem Gedanken des Sehens zweier Freunde im Frühjahr im Musikhaus bei einer guten Hofmann und D'orvil.

Nicht wahr, ich bin ganz einheimisch in Ofenbach, guter Ofenbacher!

Zehelein der mich vor einigen Tagen besuchte und mir eine Sonate von Pleyel accompagnirte , die ich zum auslachen schlecht spielte freut sich Ihres Wohlergehens.

Neuigkeiten:

Das alte, Ihnen bekannte, gute |3 Gartenhaus verlaßen wir und beziehen ein Kleineres vorgestern gemiethetes mit einem hübschen Garten mit Obstbäumen.

Kommen Sie Thieriot diesen Sommer und kosten die Pflaum aus meinem Garten!

Heute über Acht Tage gehe ich mit meiner Judentochter und Judensohn in die Sonne Vedoute und trinke bei einem Glas guten Punsch auf Ihr Wohl.

Adieu, Thieriot!

Uhlfelder

Zitierhinweis

Von Simon Uhlfelder an Paul Emile Thieriot. Bayreuth, 10. Februar 1805, Sonntag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1577


Informationen zum Korpus | Erfassungsrichtlinien

XML/TEI-Dokument | XML-Schema

Textgrundlage

H: BJK, Berlin V, 138
1 Dbl. 8°, 3 S. Auf S. 4 Adr.: Thieriot.


Korrespondenz

Wahrscheinlich mit Emanuels Geburtstagsbrief vom selben Tag mitgeschickt.