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Korrespondenz

Von Emanuel und Jette Braun an Paul Emile Thieriot. Bayreuth, 26. August 1805, Montag

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Bayreuth, 26t Aug. 1805.

Thieriot!

Sie wissen wie froh u. gern ich unter diese Hand, in diesem Ort die meinige setze; aber Sie sollen auch wissen daß ich Sie herzlich grüsse.

Jette.

Als Du mir aus Aschffenburg Deine liebe Hand reichtest , war ich Dir nach in desselben Fürsten Regensburg davon gefahren und nach dem ich vergangnen Mittwoch mit meinem Uhlf. glücklich wieder hier her kam: so hast Du nun schon gelesen was noch kam und wer noch , als die Silli und der noch viel kleinere Alexander .

Aber ich sehe's schon, ich muß Dir noch reinern Wein einschenken.

Könntest Du ihn doch lieber gleich hier aus der Flasche selbst schlürfen!

Man schrieb uns vor einigen Wochen aus Regensburg – so wars -, daß man in diesem Jahre nicht zu uns kommen könnte, sondern |2 im nächsten und verschrieb uns dahin.

Nun traf sich's, daß ich meine Geschäftsreise, auf Gott weiß wie lange, aufschieben mußte und m. Uhlf. reiste mit Deinem und seinem E. am 13t auf Regensb. zu.

Daselbst fanden wir alles reisefertig nach Bayreuth.

Wollt' ich weitläuftig seyn, ich wollte Dir jetzt vieles erzählen; aber es ist besser ich sage Dir blos, daß Braun seine Reise aufschieben mußte; daß wir bei ihm in Prifningen 7 glückliche Tage verlebten; daß er am 20t, mit Frau Pflegetochter und rechtem Sohn – nach dem wir einige Stunden vorher abgingen – nach Nürnberg abging; daß er v. da nach Bamberg ging und v. da allein nach Meiningen und Cassel und Weib und Kinder gestern hierher.

Jetzt denke Dir Alles, was dazu gehörig, oder wenigstens recht vieles dazu, mein Thieriot!

So viel will ich Dir sagen, daß ich glaube, daß es wenige Menschen giebt, die es so wie Du fühlen, wie froh und wie |3 glücklich mich dieser Besuch macht.

, sollt' es schon dieserwegen nicht seyn, weil er Dir gewiß viele Mühe gekostet haben muß; denn er ist wie aus dem Stein gehauen obgleich gehauen und gestochen d. h. es gehet deutlich aus ihm die Ursache seines Daseyns hervor, obgleich der Schreiber desselben durchaus unerkennbar bleibt, für ieden andern als dem dem er auch überall unverkennbar ist.

Zitierhinweis

Von Emanuel und Jette Braun an Paul Emile Thieriot. Bayreuth, 26. August 1805, Montag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1608


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Textgrundlage

H: BJK, Berlin V, 138
1 Dbl. 8°, 2½ S.

Überlieferung

Hk: ehemals Slg. Apelt,
1 Dbl. 8°, 1¾ S. (auf S. 2 und 3 des Aschaffenburger Briefes von Thieriot an Emanuel vom August 1805.


Korrespondenz

B: Von Paul Emil Thieriot an Emanuel. Aschaffenburg, 8. und 9. oder 15. und 16. August 1805
A: Von Paul Emile Thieriot an Emanuel und Jette Braun. Offenbach, 31. August 1805