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B. 16 Apr. 2.

Würdiger Guter! Das u noch mehr als gut müssen S. seyn, wenn S. nicht so ungeduldig schon lange sind, wie ich's schon lange bin, über mein Schweigen.Am 23t Febr. hab' ich meine 2 gebundnen Exempl. m. Rhaps. an meinen Frd. u J. P. Schwager, A. Mahlm., der Ihnen als Schriftsteller viell. bekannt seyn wird n. Lpzg. geschickt, mit der Bitte, mir einen guten Verleger baldmöglichst dazu zu verschaffen u noch erwart ich seine Antwort.

Kennten S. meine Ordnung und die Geschwindigkeit in meinem Geschäft: so wäre meine Verlegenheit weit kleiner.Ich habe unmittelb. u heute mittelb. gemahnet u hoffe nun gewis längstens in 8 Tagen bestimmte Antw. zu erhalten. Die ich Ihnen in derselben Stunde mittheilen werde.Den Gebst. uns. Meiningers habe konnt' ich nicht b. ihm in M. seyn ; ich feyerte ihn aber hier mit meinen lieben Ottos in dem Andenken an S. und Ihr gutes Weib u am 22t Merz ging ich auf uns. J. P. zu .

Ich verlebte wieder 8 himmlische Tage bei ihm u seiner einen u. seltnen Caroline.Oft unterhielten wir uns v. uns. lieben Frd in Esens u über dessen Rhapsodien.

Richter findet Ihre Bedingniß für diese sehr billig u meint ich sollte weniger billig als S. seyn, ich würde doch gewis einen Verleger bekommen.

Er entschuldigte das Schweigen Mms dam., daß er eine Buchhandlung gekauft u die Rhaps. selbst zu verlegen Lust haben würde.

Der Schmerz, den mir die Verzögerung der Mmschen |2 Antw. verursachet hat mir dieses Verlagsgeschäft so zu meiner eigenen Sache gemacht, daß ich in keiner Nachschrift, sondern im Brf selbst dav. reden mag u muß .

Ich wünschte noch ein Ex. der Rhaps. zu haben u habe auch schon eine 3 aus der 2 gemacht.

Hätten S. v. den beiden ersten Heften keine Exempl. mehr: so muß ich natürl. deren 2te Auflage abwarten.

Es bleibt mir heute wieder nicht Zeit genug Ihnen zu schreiben d. h. so wie meine Seele u m. Herz wollen; aber ich bleib' Ihnen gweiß keine Antw. schuldig. Daß S. den Menschen auch im Juden lieben, das konnt' ich erwarten.

Vor 10 Jahren wurd' ich sehr unglückl. ich sprach' aber nie dav. u ich schrieb' auch nicht gerne dav.; doch sollen S. schon genug v. mir über mich erfahren. Gutes u Nichtgutes d. i. Wahrheit.

Meine lieben, lieben Ottos waren sehr froh über Ihr Andenken an sie, das beide Ihnen auch mit reiner Liebe versichern.

V. beid. sollen S. gem. recht bald etw. zu lesen bekommen. Uns. J. P. grüßt u küßt S. herzl.

Der 3te Band v. Tit. ist ohne Bändgen fertig, zur Messe können S. ihn haben.Im Jacob. Taschenbuch f. 1802 ist ein philos. Aufsatz v. J. P. erschienen, sonst nichts seit dem 2t Bandchen des Tit.Ich stehe allein unter meinem J. P. und meinem Otto im Schatten. Hier ist mein Riß , wie er vor 6 Jahren gemacht wurde.

Der Himmel gebe, daß ich Ihnen, Würdiger, in ders. Woche noch einmal schreibe u gute Nachr. geben kann.

Für m. Stübgen dank' ich einstw. es soll schon bezogen werden u dann soll ein Glücklicher in ihm leben.

Ihr liebes Weib und Ihre 7 Kinder grüß' ich kind- u brüderlich. Nehmen S. meine Hand u mit ihr mein Herz voll ewiger Liebe.

E.

Zitierhinweis

Von Emanuel an Ludwig Roentgen. Bayreuth, 16. April 1802, Freitag. In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB1983


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Textgrundlage

Hk: Privatbesitz Gerd Rokahr, Esens,
1 Bl. 8°, 2 S.


Korrespondenz

B: Von Ludwig Roentgen an Emanuel. Esens, 9. März 1802