Von Caroline Goldschmidt an Rahel Levin (?). Prag, Sommer 1814 (?)

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Dienstag 9 uhr

Hier ist Papier für Geld, und eine Berechnung dabei. Frau v Laemel hat uns nach Ihrem Garten eingeladen, können Sie es annehmen? Ich begleite Sie gern dahin. Ihre Gegenwart wird mir heute sehr wohl thun, denn ich bin heute sehr melounisch und ich kann mit Ihnen sagen, es ist melodie drin; Es giebt Augenblicke im Leben, wo sich das die ganze Vergangenheit an den Moment richtet, und denn wird man mit melodie melaunisch, man hat Mitleid mit sich selbst, und das ist bitter süß.

Auf wieder sehen.

C. Goldschmidt

Unsere Promenade wird zu Wasser wie ich sehe

Zitierhinweis

Von Caroline Goldschmidt an Rahel Levin (?). Prag, Sommer 1814 (?). In: Digitale Edition der Briefe aus Jean Pauls Umfeld, bearbeitet von Selma Jahnke und Michael Rölcke (2020–). In: Jean Paul - Sämtliche Briefe digital. Herausgegeben im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Markus Bernauer, Norbert Miller und Frederike Neuber (2018–). URL: http://jeanpaul-edition.de/umfeldbriefbrief.html?num=JP-UB2085


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Textgrundlage

H: BJK, Berlin V, 76
1 Bl. 8°, ¾ S.


Korrespondenz

Zu Datierung und Ort: Der Brief befindet sich in der Sammlung Varnhagen bei den Briefen Goldschmidts an Rahel Varnhagen von Ense und ist vermutlich an sie gerichtet. Rahel, damals noch Levin, verbrachte von Juni 1813 an ein Jahr in Prag, wo Caroline Goldschmidt seit 1810 (möglicherweise mit Unterbrechungen) lebte. Auf der Durchreise von Berlin nach Wien kam Rahel, mittlerweile verheiratete Varnhagen von Ense, im späten Herbst noch einmal dort vorbei. Vorliegende Verabredung zum Spaziergang stammt aus der Prager Zeit, denn die erwähnte Frau von Lämel ist eine Prager Bankiersgattin, und vermutlich eher aus dem Sommer als aus dem Spätherbst 1814, da es um einen Gartenbesuch geht.